Ärzte Zeitung, 01.03.2011

Kommentar

Gefährliche Abwärtsspirale

Von Dirk Schnack

Manche Eltern sind nur nachlässig, andere haben Vorurteile - die Gründe für die nicht zufrieden stellenden Durchimpfungsraten in Deutschland sind vielfältig. Fatal wäre es, wenn sich bewahrheitet, was Impfärzte aus Mecklenburg-Vorpommern fürchten: Dass nämlich viele Vertragsärzte nicht mehr das nötige Engagement aufbringen, um gegenüber den Eltern für das Impfen einzutreten. Damit wird eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt, die für die Impfraten Schlimmes befürchten lässt. Da nicht anzunehmen ist, dass sich Ärzte mehrheitlich zu Impfgegnern entwickelt haben, muss die Ursache für das nachlassende Engagement woanders liegen.

Die Vermutung, dass wirtschaftliche Gründe dazu zählen, ist nicht abwegig: Gespräche mit Impfkritikern werden immer zeitaufwendiger. Wer es mit einem überfüllten Wartezimmer auf sich nimmt, Eltern vom Impfen zu überzeugen - und dabei an wissenschaftlich nicht fundierten Vorurteilen scheitert - wird finanziell bestraft. Angemessenes Honorar für Impfung und Beratung ist aber nur ein Baustein für bessere Durchimpfungsraten. Aufklärung der Bevölkerung kann nicht von Ärzten allein geleistet werden, sondern ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBV drücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »