Ärzte Zeitung, 01.04.2011

Neue Stiftung will hautkranken Kindern helfen

Die Versorgung von Kindern mit Hautkrankheiten ist oft unzureichend. Die Stiftung Kinderdermatologie hat sich vorgenommen, dem Mangel auf mehreren Ebenen entgegenzuwirken.

Neue Stiftung will hautkranken Kindern helfen

Unterstützen die neue Stiftung: Professor Johannes Ring (TU München), Dr. Nicole Brandl und der Schauspieler Sky du Mont (v.l.n.r.).

© Juliane Zitzlsperger

MÜNCHEN (sto). Weil die medizinische und soziale Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Hautkrankheiten in manchen Bereichen mangelhaft sei, hat sich in München die Deutsche Stiftung Kinderdermatologie (DSK) gegründet.

Kinder mit Hautkrankheiten benötigten spezielle Therapien und Schulungen, mehr Forschung und sozialverträgliche Versorgungsstrukturen, erklärte die Gründerin der Stiftung, die Münchner Dermatologin Dr. Nicole Brandl.

Eines der Probleme sei, dass Dermatologen einerseits oftmals die Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen fehle und Kinderärzten andererseits die Erfahrung mit Hautkrankheiten, erklärte die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Dermatologie, Professor Regina Fölster-Holst bei einer Pressekonferenz zur Gründung der Stiftung. Das Fachgebiet der Kinder- und Jugenddermatologie führe in Deutschland ein Schattendasein.

Schirmherr der Stiftung ist der Direktor der Universitätshautklinik der TU München Professor Johannes Ring. Mit einem Acht-Punkte-Programm wolle die Stiftung erreichen, dass sich die in weiten Teilen Deutschlands ungenügende dermatologische Versorgungslage von hautkranken Kindern und Jugendlichen sowie deren Angehöriger verbessert, erklärte Ring.

Dazu wolle die Stiftung spezielle Schulungs- und Betreuungsprogramme etablieren sowie Lehr- und Forschungsvorhaben etwa zur Entwicklung von Therapien oder die Sammlung epidemiologischer und gesundheitsökonomischer Daten fördern.

Da die wichtigste therapeutische Maßnahme, etwa eine hautpflegende Basistherapie, von den Krankenkassen oft nicht bezahlt werde, will die Stiftung auch die Behandlungskosten bei Kindern und Jugendlichen von einkommensschwachen Eltern übernehmen.

Geplant sind außerdem interdisziplinäre Fortbildungsveranstaltungen. "Neue Therapieformen und diagnostische Möglichkeiten erreichen die kleinen Patienten nicht, wenn dieses Wissen nicht verbreitet wird", sagte Privatdozentin Dr. Christina Schnopp von der Universitätshautklinik der TU München.

Schulungsbedarf bestehe auch bei Betroffenen und Angehörigen. Ziel seien auch eine flächendeckende Betreuung durch geschultes Personal sowie der Aufbau von Zentren für Kinder- und Jugenddermatologie.

Die Stiftung rechnet mit der Unterstützung von Spendern und Zustiftern. Erster prominenter Botschafter der Stiftung ist der Schauspieler Sky du Mont. "Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie belastend Hautkrankheiten sein können", sagte er.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »