Ärzte Zeitung, 21.05.2011

BKK Novitas fordert von Kliniken einige Millionen zurück

KÖLN (iss). Die Betriebskrankenkasse Novitas hat im vergangenen Jahr nach der Überprüfung von Krankenhausrechnungen 6,4 Millionen Euro von den Häusern zurückgefordert.

Die BKK hat 16.000 von 100.000 Rechnungen einer genauen Kontrolle unterzogen. 70 Prozent der Verfahren sind bereits abgeschlossen.

"Die Hälfte der geprüften Rechnungen erwies sich dabei als falsch. Damit liegen wir deutlich über dem Bundesdurchschnitt von einem Drittel", sagt Vorstand Reiner Geisler. Insgesamt rechnet die Kasse mit Rückforderungen von acht Millionen Euro.

Geisler kritisiert, dass die Kassen zum Schutz der Krankenhäuser pro Prüfung 300 Euro Strafe zahlen müssen, wenn sie keine Fehler finden. Für 2010 habe die BKK Novitas deshalb schon eine Million Euro zahlen müssen, am Ende würden es voraussichtlich 1,5 Millionen Euro.

Die Regelung bringe Kassen in eine schwierige Situation, weil sie zu Rechnungsprüfungen verpflichtet seien. "Vollends widersinnig wird es aber, weil die Krankenhäuser umgekehrt straffrei davonkommen, wenn wir einen Fehler finden", sagt er. Die Kliniken müssten lediglich das zu viel erhaltene Geld zurückzahlen.

Die BKK Notivas unterstützt die Forderung des GKV-Spitzenverbands, die Ungleichbehandlung aufzuheben. "Mit dem geltenden Recht setzt der Staat einen Fehlanreiz und benachteiligt gründliche und ehrliche Krankenhäuser gegenüber nachlässigen oder gar unehrlichen", so der Vorstand.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »