Ärzte Zeitung, 26.05.2011

Kommentar

Friedliche Koexistenz

Von Wolfgang van den Bergh

Bis aufs Blut haben sich KBV und Hausärzteverband über den richtigen Weg in der ambulanten Versorgung gestritten. Und an den Standpunkten hat sich kaum etwas verändert. Für die KBV gilt: Nur Hausarztverträge als Ergänzung zu Kollektivverträgen sind gute Verträge. Für den Hausarztverband gilt: Nur Hausarztverträge als Vollversorgerverträge sind gute Verträge. Jetzt kommt Bewegung in die starren Positionen. Erste Annäherungen gab's beim Hausärztetag in Nordrhein.

Beide Seiten haben Schlappen hinnehmen müssen: der Hausärzteverband, weil ihm der Gesetzgeber die Anreize für den Abschluss von Hausarztverträgen gekippt hat, die KBV, weil ihre Prognosen falsch waren, dass Selektivverträge zu einer Risikoselektion führen. Das Gegenteil ist der Fall, wie aktuelle AOK-Zahlen aus Baden-Württemberg belegen.

Der Systemstreit ist auch ein Streit der Personen. Die Frage ist: Werden KBV-Chef Andreas Köhler und Hausärztechef Ulrich Weigeldt einen Weg zur friedlichen Koexistenz finden? Daran dürfte primär der KBV-Chef ein Interesse haben. Denn die ersten Erfahrungen im Umgang mit der neuen Opposition in der KBV haben gezeigt: Die nächsten fünf Jahre werden kein Spaziergang.

Lesen Sie dazu auch:
Köhler bietet "friedliche Koexistenz" an

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »