Kommentar

Vorverurteilung ist fehl am Platz

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:

Der IV-Vertrag zur ambulanten Versorgung von Schizophrenie-Patienten in Niedersachsen ist in den vergangenen Monaten immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Der Brandbrief der Chefärzte und medizinischen Direktoren der Psychiatrien im Land jetzt ist Zeichen für ein tief sitzendes Misstrauen den Vertragspartnern gegenüber.

Beteiligt ist außer der AOK unter anderem eine Janssen-Cilag-Tocher. Kritiker befürchten, der (unveröffentlichte) Vertrag verpflichte die teilnehmenden Ärzte dazu, Patienten dauerhaft an eine bestimmte Medikation zu gewöhnen. Dafür gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch keinerlei Belege.

Die Kritik der KIinik-Direktoren könnte vielmehr von der Furcht motiviert sein, Patienten und Geld zu verlieren.

IV-Verträge, bei denen Pharmaunternehmen beteiligt sind, sind vom Gesetzgeber ausdrücklich zugelassen worden. Erklärtes Ziel der Beteiligten in Niedersachsen ist, mit Hilfe einer intensiveren ambulanten Betreuung von Schizophrenie-Patienten die Kosten für Klinikaufenthalte zu reduzieren.

An diesen Zielen sollten die Vertragspartner gemessen werden. Die Initiatoren haben eine ausführliche Evaluation des Vertrages angekündigt. Die ist abzuwarten. Für abschließende Urteile ist es zu früh.

Lesen Sie dazu auch: IV-Vertrag zur Schizophrenie in der Kritik

Lesen Sie dazu auch das Interview: "Keine Indiviualdaten gehen an die Industrie"

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Innovationsforum für privatärztliche Medizin

© Tag der privatmedizin

Tag der Privatmedizin 2025

Innovationsforum für privatärztliche Medizin

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer und Vizepräsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, hofft, dass das BMG mit der Prüfung des Kompromisses zur GOÄneu im Herbst durch ist (Archivbild).

© picture alliance / Jörg Carstensen | Joerg Carstensen

Novelle der Gebührenordnung für Ärzte

BÄK-Präsident Reinhardt: Die GOÄneu könnte 2027 kommen

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung

Was tun, wenn Unterzucker nicht bemerkt wird?

Lesetipps
Eine Figur steht in einem Irrgarten.

© imaginando / stock.adobe.com

Kasuistik

Patient mit juckendem Ausschlag: Irrwege bis zur richtigen Diagnose

Nur noch Kerzen erleuchten die Fenster eines Wohnhauses in Berlin. Nach dem Brand einer Kabelbrücke sind im Südwesten tausende Haushalte und Betriebe ohne Strom.

© Carsten Koall/dpa

Update

Praxen im Südwesten betroffen

Wieder Stromausfall in Berlin: Kollege Sommer berichtet von seinen Erfahrungen