Ärzte Zeitung, 18.10.2011

Pädiater sorgen sich um Gesundheit von Jungen

BAD ORB (ras). Jungen werden nach Einschätzung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) bei Erziehung und Gesundheit zunehmend benachteiligt.

Eine Ursache dafür sei der hohe Frauenanteil unter Lehrern und Ärzten. Ihre wachsender Anteil führe dazu, dass den spezifischen Bedürfnissen von Jungen nicht mehr entsprochen werden könne, stellte Dr. Tilmann Kaethner, Vorstandsmitglied im BVKJ, fest.

Der BVKJ will der Förderung der Jungengesundheit mehr Augenmerk schenken und dazu die Expertise des Jugendmediziners Dr. Bernhard Stier aus Butzbach nutzen, der Konzepte für Jungengesundheit entworfen hat.

Ob sich der Frauenüberschuss in der Pädiatrie auf die ambulante Versorgung auswirken wird, ist für Dr. Karin Geitmann, neu gewähltes Vorstandsmitglied im BVKJ, nicht sicher. Das Negativimage der Einzelpraxis halte viele junge Ärztinnen vor der Niederlassung ab.

Gleitmann warnte junge Kolleginnen davor, das hohe Gut der Freiberuflichkeit zu schnell aufzugeben. Als angestellte Ärztin etwa in einem MVZ müsse man ebenso Nachteile wie "Direktiven" und "Abhängigkeiten" in Kauf nehmen.

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (17548)
Pädiatrie (8568)
Organisationen
BVKJ (437)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »