Direkt zum Inhaltsbereich

Akut kranke Kinder werden beim Pädiater seltener

Die Ergebnisse einer Praxisumfrage bei Kinder- und Jugendärzten zeigen den sich wandelnden Versorgungsalltag. Nur noch jedes zweite Kind kommt in die Praxis, weil es akut krank ist.

Raimund SchmidVon Raimund Schmid Veröffentlicht:
Pädiater bei einer Untersuchung: Seine Arbeitszeit beträgt im Schnitt 11,5 Stunden pro Tag.

Pädiater bei einer Untersuchung: Seine Arbeitszeit beträgt im Schnitt 11,5 Stunden pro Tag.

© Sven Simon / imago

BAD ORB (ras). Nur noch jedes zweite Kind wird in einer pädiatrischen Praxis aus einem akuten Anlass vorgestellt.

Fast jedes dritte Kind wird dem Kinder- und Jugendarzt für Vorsorgeuntersuchungen vorgestellt, 17 Prozent wegen chronischer Krankheiten oder Erkrankungen mit besonderem Versorgungsbedarf.

Das sind Ergebnisse einer Erhebung zur Versorgungssituation in pädiatrischen Praxen, die Dr. Ulrich Fegeler, Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) beim Herbstkongress des Verbandes in Bad Orb vorgestellt hat.

Grundlage der Erhebung waren 96.000 Datensätze, die bei 60.000 Patienten in 36 pädiatrischen Praxen erhoben worden sind.

Zentrale weitere Ergebnisse der Erhebung sind:

  • Bei den akuten Anlässen kontaktieren Eltern den Pädiater am häufigsten wegen akuter Infektionen der Luftwege, des Verdauungstraktes und der Harnwege.
  • 58 Prozent der zu versorgenden Kinder sind jünger als sechs Jahre alt. Jeder fünfte Patient in einer pädiatrischen Praxis ist ein Jugendlicher. Je älter die Kinder sind, desto seltener suchen sie eine Praxis auf. Nur Kinder mit chronischen Erkrankungen gehen mit zunehmendem Alter häufiger zum Pädiater.
  • Im statistischen Mittel beträgt die durchschnittliche Arbeitszeit eines Pädiaters bei 50 Patienten pro Tag inklusive Hausbesuchen, Notdiensten und Praxisverwaltung 11,5 Stunden. Die Zeit für reine ärztliche Tätigkeiten beläuft sich auf 8,5 Stunden.
  • Die Behandlung eines akut erkrankten Patienten dauert im Schnitt 7,7 Minuten, bei einer Vorsorgeuntersuchung 22,3 Minuten. Generell investieren Pädiater in Impfungen und Vorsorgen mehr Zeit (37 Prozent) als es der prozentualen Zahl der Vorstellungsanlässe im Bereich Prävention (29 Prozent) entspricht. Eine ebenso große Lücke klafft zwischen der Diagnose "Neue Morbiditäten" (6,3 Prozent), zu denen Konzentrations- und Entwicklungsstörungen zählen, und der dafür zu veranschlagenden Zeit für die Behandlungen (8,2 Prozent der Arbeitszeit). Ursache dafür sind laut Fegeler die häufig "versteckten Symptomatiken", die oft erst nach einer ausführlichen ärztlichen Gesprächsanamnese aufgedeckt werden können.
Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Beitragssatzstabilisierungsgesetz

Das GKV-Sparpaket und die Neinsager in der Koalition

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

GeriPAIN-Leitlinie

Welche Schmerztherapien eignen sich für geriatrische Patienten?

Lesetipps
Impfheft mit COVID-19-Impfung

© RRF - stock.adobe.com

Robert Koch-Institut

STIKO lockert Impfempfehlungen gegen COVID-19

Eine Ärztin im Gespräch mit einer Patientin.

© HockleyM1 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Kollegin gibt Tipps

So gelingt eine gute Arzt-Patienten-Beziehung

Cornelia Hösemann

© Porträt: privat | Spritze: Fied

Sie fragen – Experten antworten

Ist eine Impfung gegen HPV auch bei Frauen über 50 noch sinnvoll?