Ärzte Zeitung, 22.11.2011

Risikoschwangerschaft erfordert gute Geburtsplanung

Jährlich sterben rund 1500 Babys in Deutschland, bevor sie 28 Tage alt werden. Obwohl es immer mehr Risikoschwangerschaften gibt, sei dennoch eine enge Zusammenarbeit zwischen Geburtsklinik und Neonatologie nicht immer gegeben, sagen Experten.

Mehr Planung bei Risikoschwangerschaften

Versorgung eines Frühgeborenen.

© Fanfo / fotolia.de

BERLIN. (ami). Bundesweit sterben jedes Jahr rund 1500 Babys, bevor sie einen Monat alt werden. Frühgeburten und angeborene Krankheiten sind die Haupttodesursachen.

Vorausschauende Geburtsplanung

Experten schätzen, dass bis zu ein Drittel dieser Babys gerettet werden könnten. Als Schlüssel zu einer verminderten Säuglingssterblichkeit gilt eine vorausschauende Geburtsplanung bei Risikoschwangerschaften.

"Je größer das Gesundheitsrisiko des Babys, desto besser muss die Geburtsklinik spezialisiert sein und mit einer ebenso spezialisierten Neonatologie ‚Wand-an-Wand‘ in einem Gebäude gelegen sein", so Professor Rainer Rossi, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin im Vivantes Klinikum Neukölln.

Er rät Frauen mit Risikoschwangerschaften zu einer sehr sorgfältigen Auswahl der Geburtsklinik. Ziel müsse es sein, zu "verhindern, dass kritisch kranke Kinder dann direkt nach der Geburt zur weiteren Versorgung in eine Spezialklinik transportiert werden müssen", so Rossi.

Schlusslicht bei Säuglingssterblichkeit ist derzeit Nordrhein-Westfalen

In Berlin haben nach Angaben von Vivantes im vergangenen Jahr 65 von 33.393 Neugeborenen ihren 28. Lebenstag nicht überlebt. Im Vergleich mit anderen Bundesländern schneidet die Hauptstadt damit laut Vivantes zwar nicht schlecht ab. Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hätten aber beispielsweise bessere Werte erreicht.

Schlusslicht ist den Angaben zufolge derzeit Nordrhein-Westfalen mit 412 von 147.333 Neugeborenen, die nicht älter als 28 Tage wurden.

Der Berliner Klinikkonzern unterstützt die neue bundesweite Initiative "Mehr gesunde Babys", zu der sich die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), die Gesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin (GNPI) und die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) zusammengeschlossen haben.

Die Kampagne zielt darauf, die Säuglingssterblichkeit in Deutschland zu senken. Sie richtet sich an Ärzte und Hebammen genauso wie an Eltern, Politik und jeden einzelnen Bürger. Initiator der Kampagne ist der Magdeburger Kinderarzt Professor Dr. Gerhard Jorch.

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