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Zahlen-Zoff um bayerische Hausärzte

In Bayern gibt es keinen Hausärztemangel, sagt die AOK - und belegt es mit Zahlen von der KV. Die bringt das auf die Palme. "Hochgradig unseriös", poltert der KVB-Chef.

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Die hausärztliche Versorgung im Freistaat ist laut AOK Bayern gut - einen Hausärztemangel gebe es nicht.

Die hausärztliche Versorgung im Freistaat ist laut AOK Bayern gut - einen Hausärztemangel gebe es nicht.

© Schöning / imago

MÜNCHEN (sto). Die hausärztliche Versorgung ist in Bayern nach Auffassung der AOK besser als sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) das wünscht.

Eine entsprechende Pressemitteilung der AOK, die sich dabei auch auf Zahlen aus dem Versorgungsatlas Hausärzte 2010 der KV Bayerns (KVB) bezieht, hat bei der KVB jedoch umgehend Widerspruch ausgelöst.

KVB über Zahlenspiele empört

Mit einem Verhältnis von 1374 Einwohnern je Hausarzt stehe Bayern schon jetzt besser da, als von der KBV angestrebt, teilte die AOK Bayern mit. Von einem Hausärztemangel könne keine Rede sein.

Solche "Zahlenspiele" seien wenig hilfreich, kommentierte KVB-Chef Dr. Wolfgang Krombholz. "Es ist hochgradig unseriös, aus einer mehr als 300-seitigen Analyse eine einzelne Zahl herauszugreifen und daraus zu schließen, die hausärztliche Versorgung wäre in bester Ordnung", erklärte Krombholz.

 Genauso gut hätte man darstellen können, dass inzwischen 23 Prozent aller Hausärzte in Bayern 60 Jahre oder älter sind.

Krombholz rechnet nach

Im Übrigen müsse auch berücksichtigt werden, dass in ländlichen Regionen wie im Bayerischen Wald die Verhältniszahlen weitaus ungünstiger ausfallen als in einer Großstadt wie München. Notwendig sei eine klare Definition des hausärztlichen Versorgungsauftrags.

So habe eine Analyse der KVB ergeben, dass in Bayern rund 18 Prozent der Hausärzte an sich nicht der typischen hausärztlichen Versorgung zuzurechnen seien, sondern sich auf spezielle Themenfelder wie die Psychotherapie konzentriert haben.

"Rechnet man diese Praxen ab, so kommt man auf einen Durchschnittswert von 1666 Einwohnern pro Hausarzt im Freistaat", teilte Krombholz mit.

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