Ärzte Zeitung, 13.01.2012

Bremer Klinikplan bleibt ein Torso

Den Streit zwischen Krankenhäusern in Bremen um urologische und nuklearmedizinische Abteilungen sollen die Häuser nun selbst lösen, fordert die Gesundheitssenatorin.

BREMEN (cben). Bremen hat einen neuen Krankenhausplan - verspätet und unvollständig. Ein ungelöster Streit zwischen zwei freien Kliniken der Stadt auf der einen Seite und dem Krankenhausverbund Gesundheit Nord (GeNo) verhindert eine abschließende Einigung.

Dessen ungeachtet hat Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) in dieser Woche den zehn Bremer und vier Bremerhavener Krankenhäusern die Planfeststellungsbescheide geschickt. Ungeklärt bleiben darin zunächst die Verteilung der urologischen Versorgung und der Nuklearmedizin in der Stadt Bremen.

Zwar wird beides derzeit nach wie vor vom Klinikum Bremen Mitte (KBM), einem Haus der GeNo, abgedeckt und soll nach dem Willen der Holding-Leitung noch aufgestockt werden. Die GeNo will damit einzige Anbieterin in der Urologie (75 Betten) und Strahlenheilkunde (15 Betten) bleiben.

Allerdings hat das Diako-Krankenhaus beantragt, auch urologische Patienten behandeln zu dürfen, zudem will das St. Joseph-Stift die Nuklearmedizin übernehmen. Sekundiert werden diese Forderungen von den Bremer Krankenkassen.

Gemeinsamer Vorschlag bis Juni

Die Arbeitsgemeinschaft Bremer Krankenkassenverbände hat sich etwa für die Nuklearmedizin am Joseph-Stift ausgesprochen. Denn dort ist bereits eine nuklearmedizinische Praxis, wohingegen im KBM Spezialisten fehlen und Patienten bereits ins niedersächsische Umland geschickt werden mussten, argumentieren die Kassen.

Der Streit gärt seit 2010 und hat den neuen Krankenhausplan bereits um ein Jahr verzögert. Bis zum Juni 2012 sollen sich nun die Kontrahenten auf einen gemeinsamen Vorschlag über die urologische und nuklearmedizinische Versorgung einigen und ihn an Jürgens-Pieper übermitteln. Mit dieser Maßgabe will die Senatorin verhindern, dass eine Partei gegen den Krankenhausplan klagt.

Uwe Zimmer von der Bremer Krankenhausgesellschaft erwartet, dass sich die Parteien einigen werden: "Ich glaube, da ist Bewegung drin."

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