Ärzte Zeitung, 27.01.2012

Bayerische Hausärzte tüten Vertrag mit BKKen ein

Mit der AOK klappt es bislang nicht, dafür mit den Betriebskrankenkassen: Der Bayerische Hausärzteverband hat heute mit ihnen einen neuen Hausarztvertrag geschlossen. "Ein Meilenstein", jubeln die Ärzte. Sie dürfen sich auf mehr Honorar freuen - in bestimmten Fällen.

Bayerische Hausärzte tüten Vertrag mit BKKen ein

BHÄV-Vorsitzender Dr. Dieter Geis lobt den neuen Vertrag: "Wichtiger Meilenstein".

© Bayerischer Hausärzteverband

MÜNCHEN (sto). Am 1. April tritt in Bayern ein neuer Hausarztvertrag mit den Betriebskrankenkassen in Kraft. Das haben der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV), der BKK Landesverband, die Vertragsarbeitsgemeinschaft der Betriebskrankenkassen in Bayern sowie die GWQ ServicePlus AG am Freitag bekanntgegeben.

Mit dem Vertrag würden "die Weichen für eine neue Qualität der hausärztlichen Versorgung gestellt, die über die Regelversorgung hinausgeht", hieß es.

BHÄV-Vorsitzender Dr. Dieter Geis bezeichnete die Vereinbarung als einen "wichtigen Meilenstein" und ein Signal auch an andere Krankenkassen, bei denen die Schiedsverhandlungen noch laufen.

Wichtige Schwerpunkte der neuen Honorarstruktur, die die hausärztliche Tätigkeit besser als bisher abbilde, seien die Prävention, die Vergütung von Hausbesuchen wieder als Einzelleistung, eine bessere Betreuung chronisch Kranker und geriatrischer Patienten sowie eine besondere Vergütung für die Betreuung von Palliativpatienten, erklärte der stellvertretende BHÄV-Vorsitzende Dr. Jakob Berger.

Vertrag ist unbefristet geschlossen

Vereinbart wurde unter anderem eine altersdifferenzierte Grundpauschale zwischen 32 und 47 Euro pro Quartal, die sich an der Morbiditätsstruktur der einzelnen Kassen orientiert. Eine kontaktunabhängige Grundpauschale und Fallwertobergrenzen sehe der Vertrag ausdrücklich nicht vor, hieß es.

Vielmehr werde die Wirtschaftlichkeit fortlaufend überprüft. Nach einem Jahr könne dann eventuell "nachgesteuert" werden. Der BKK-Hausarztvertrag ist unbefristet geschlossen und kann erstmals zum 31. Dezember 2014 gekündigt werden.

Bei der Vereinbarung handelt es sich um einen Anschlussvertrag zur besonderen hausärztlichen Versorgung nach Paragraf 73b SGB V in seiner alten Fassung, betonten die Vertragspartner.

Der bisherige Hausarztvertrag mit den Betriebskrankenkassen, in den etwa 5300 Hausärzte in Bayern eingeschrieben sind, war nach dem gescheiterten Systemausstieg des BHÄV im Dezember 2010 immer wieder durch Interimsvereinbarungen verlängert worden.

In den neuen Vertrag können sich etwa zwei Millionen BKK-Versicherte in Bayern einschreiben. Derzeit nehmen an den Interimsvereinbarungen etwa 225.000 Versicherte teil.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »