Ärzte Zeitung, 12.02.2012

Kommentar

Bunt war gestern, heute zählt Substanz

Von Matthias Wallenfels

In manchen Kliniken und Praxen sind die Wände regelrecht tapeziert mit Zertifikaten und Fortbildungsbescheinigungen, die einzelnen Mitarbeitern oder dem gesamten Team besondere Fähigkeiten in ihrem Bereich attestieren. Zertifikate sind also in.

Doch: Wie soll ein Patient durchblicken, hinter welchem Zertifikat harte - und medizinisch lohnende - Arbeit steckt und wo das reine Absitzen inklusive Unterschrift für den Erwerb ausgereicht hat?

"Bunt war gestern, heute zählt die Substanz" - nach diesem Motto sollten auch Praxischefs gründlich überlegen, welche Zertifikate sie zum Beispiel im Wartezimmer aushängen. "Weniger ist mehr" sollte hier die Maxime lauten. Und dieses Wenige können Praxischefs dann auch konsequent zum Mehrwert der Praxis ausbauen.

Denn auch Patienten werden beim Studieren der Zertifikate analysieren, was sie aussagen.

Konkret heißt das, dass, wer zum Beispiel einen mehrwöchigen Fortbildungskurs zur Spezialisierung in seinem Fachbereich erfolgreich besucht hat, seinen Patienten mit dem entsprechenden Zertifikat auch mitteilen kann, dass die Kompetenz im Hause ist - ein mögliches Pfund zum Wuchern, wenn es um die Positionierung am Markt geht.

Lesen Sie dazu auch:
Das Kreuz mit den Zertifikaten

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