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Kommentar zur Psychotherapie

Mehr als nur Grabenkämpfe

Von Sunna Gieseke Veröffentlicht:

Alt, süchtig, depressiv und allein gelassen. Es ist ein düsteres Bild, was Experten zurzeit vermitteln: Viele ältere Menschen sind abhängig von Medikamenten und Alkohol, viele depressiv.

Gleichzeitig erhält kaum einer von ihnen eine Psychotherapie, obwohl dies oft notwendig wäre. Besonders in Heimen ist die Situation offenbar dramatisch.

Zugleich beginnt der alte Grabenkampf: Die Psychotherapeuten fordern mehr Sitze und der Spitzenverband der Kassen lehnt das ab. Allein aber der Ruf nach mehr Niederlassungsmöglichkeiten wird das Problem in diesem Fall nicht komplett lösen.

Viele Ältere sind gar nicht offen für eine Psychotherapie. Für diese Generation kümmern sich Therapeuten vor allem um "Verrückte" und man selbst gehört doch nicht in die "Klapse".

Die Bilder sind veraltet, ja, aber sie lassen sich auch nicht von einem Tag auf den anderen aufbrechen. Der Haus- oder Heimarzt muss vermitteln und die Patienten langsam an die Idee heranführen, eine Therapie zu versuchen.

Aber auch die Psychotherapeuten müssen umdenken: Ja, Psychotherapie hilft bei Älteren. Und dafür muss die Praxis auch mal verlassen oder zumindest behindertengerecht ausgebaut werden.

Lesen Sie dazu auch: Die Odyssee der Alten

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