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Psychotherapeuten fordern schnelle Hilfe für Alte

BREMEN (cben). Zu wenige alte Menschen erhalten eine Psychotherapie - dabei sei der Bedarf erheblich, sagt Karl Heinz Schrömgens, Präsident der Bremer Psychotherapeutenkammer. Dabei werde die Psychotherapie im Alter immer wichtiger.

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Derzeit nutzen nur rund 1750 Bremer über 60 Jahre psychotherapeutische Hilfe, so die Psychotherapeutenkammer. "Die Behandlungsbedürftigkeit ist aber ungleich größer", hieß es.

So gehen Gesundheitswissenschaftler davon aus, dass zehn Prozent der Älteren allein wegen depressiver Erkrankungen einer Psychotherapie bedürfen.

Auf Bremen umgerechnet bedeutet dies: Etwa 11.600 ältere Menschen sind betroffen und leiden an Depressionen. Die meisten von ihnen bleiben indessen psychotherapeutisch unbehandelt.

Denn oft wüssten alte Menschen nicht, an wen sie sich bei psychischen Leiden wenden können. Hinzu komme eine größere Scheu in dieser Altersgruppe, seelische Probleme wie Depressionen, Ängste oder Suizidgedanken anzusprechen.

Mehr Kompetenz gefordert

Angesichts der Tatsache, dass sich die Suizidraten in der Gesamtbevölkerung seit gut 20 Jahren mehr als halbiert haben, die Zahl der Suizidtoten unter den Älteren aber gestiegen ist, sieht Schrömgens Handlungsbedarf.

Bei seelischen Erkrankungen im Alter müsse Psychotherapie "genauso selbstverständlich in Betracht gezogen werden wie bei jüngeren Menschen".

Es gebe viele körperliche Symptome, die aufgrund psychischen Leids entstehen und bei denen dieser Zusammenhang nicht oder nur mit Zeitverzögerung erkannt wird.

"Wir wissen, dass Psychotherapie bei Älteren wirksam ist und zu guten Ergebnissen führt. Deshalb ist es umso problematischer, dass sie seltener in Anspruch genommen wird", erklärt Schrömgens.

Er fordert bessere Aufklärung alter Menschen, aber auch eine höhere Kompetenz in den Gesundheitsberufen.

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