Ärzte Zeitung, 11.07.2012

Kommentar zu Landärzten

Mein Freund, der Vertragsarzt

Von Ilse Schlingensiepen

Wenn es um die Aufrechterhaltung der ambulanten Versorgung auf dem Land geht, ist Fantasie gefragt. Das gilt nicht nur für Vertragsärzte, sondern auch für die Kliniken in den betroffenen Regionen.

Wenn der Nachwuchs für die Praxen ausbleibt, bekommen auch die Krankenhäuser Probleme, denn sie verlieren mit den niedergelassenen Ärzten ihre Zuweiser.

Patienten, die zur ambulanten Behandlung in die nächste größere Stadt ausweichen müssen, werden auf Empfehlung des Arztes wahrscheinlich dort auch in die Klinik gehen.

Weitsichtige Krankenhausmanager haben das längst erkannt. Sie warten nicht, bis die letzten Praxen dicht machen. Statt dessen versuchen sie, die Region für niedergelassene Ärzte attraktiv zu machen.

Das reicht von der Kooperation im Kleinen wie der Nutzung gemeinsamer Geräte bis zur Gründung von medizinischen Versorgungszentren durch die Krankenhäuser.

Um die Zusammenarbeit mit Leben zu erfüllen, ist auf beiden Seiten neben Fantasie auch die Bereitschaft gefragt, alte Feindbilder über Bord zu werfen.

Gebraucht werden Akteure in Klinik und Praxis, die nicht nur kurzfristig die eigenen Belange, sondern langfristig die gesamte Patientenversorgung im Blick haben.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Landarzt-Mangel gefährdet Kliniken

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