Mittwoch, 19. Juni 2013
Ärzte Zeitung, 21.08.2012

Schleswig-Holstein

Krebsregister soll Qualität der Therapie sichern

KIEL (di). Der neu gegründete Verein "Klinisches Krebsregister Schleswig-Holstein" will ein flächendeckendes Krebsregister für den Norden erreichen, das Patientendaten für den klinischen Gebrauch und als Grundlage einer vernetzten klinischen Forschung und Qualitätssicherung liefert.

In Ergänzung zum bestehenden Epidemiologischen Krebsregister Schleswig-Holstein (EKR-SH) soll das Klinische Krebsregister (KKR-SH) in erster Linie den Krankheitsverlauf und die therapeutischen Maßnahmen dokumentieren, um so die Qualität der Tumorbehandlung zu überprüfen und zu fördern.

Gründungsmitglieder des Vereins sind Vertreter onkologischer Schwerpunktkrankenhäuser des Landes, Vertreter der niedergelassenen onkologisch tätigen Ärzte, das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und das Institut für Krebsepidemiologie e.V..

Das Vorhaben wird vom Wissenschaftsministerium und vom Sozialministerium des Landes Schleswig-Holstein sowie vom Landesdatenschutz gefördert und begleitet.

Professor Kremer ist Vereinsvorsitzender

Vorsitzender des Vereins ist Professor Bernd Kremer, Klinischer Direktor des Krebszentrums Nord (CCC). Der flächendeckende Auf- und Ausbau Klinischer Krebsregister ist ein Schwerpunkt des Nationalen Krebsplans.

Das Landeskrebsregistergesetz im Norden verpflichtet seit 1997 alle Ärzte und Zahnärzte, ihre onkologischen Patienten über eine bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein angesiedelte Vertrauensstelle an das bereits bestehende epidemiologische Krebsregister zu melden.

Es dient vor allem dazu, das räumliche und zeitliche Auftreten von Krebserkrankungen im Land gezielt zu beobachten und kann Fragen zu ungewöhnlichen Krebshäufigkeiten, zum Beispiel im Bereich eines Kernkraftwerkes beantworten.

Zudem dienen die Daten des EKR-SH auch zur Bewertung von Krebsfrüherkennungsmaßnahmen.

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Hungerstreik in Guantanamo: Ärzte prangern Obama an

Berlin steht still: US-Präsident Obama kommt nach Deutschland. Ob auch Guantanamo ein Thema sein wird? Wenn es nach 153 Ärzten geht, dann schon. mehr »

Transplantationsskandal: Anklage gegen Göttinger Arzt erhoben

Knapp zwei Jahre nach einem ersten anonymen Hinweis auf Manipulationen bei Organtransplantationen hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig jetzt Anklage gegen den früheren Leiter der Göttinger Transplantationschirurgie erhoben. mehr »

DMP und IV: Aus zwei mach' eins?

Seit Jahren stocken die IV-Verträge. Das Problem ist bekannt, denn 2008 ist die Anschubfinan­zierung ausgelaufen. Jetzt wollen Fachleute das ändern - und liebäugeln mit den DMP. mehr »