Direkt zum Inhaltsbereich

IvF

Bald mehr Befruchtungen möglich

Heute ist nach drei Versuchen oder der Geburt schluss - künftig soll nach einer künstlichen Befruchtung der Zähler auf null zurückgesetzt werden. So will es zumindest der GBA.

Veröffentlicht:
Künstliche Befruchtung: Nach einem Vorschlag des GBA könnte die Zahl steigen.

Künstliche Befruchtung: Nach einem Vorschlag des GBA könnte die Zahl steigen.

© Michael Westermann / imago

BERLIN (af). Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat klargestellt, wie oft verheiratete Paare Anspruch auf eine künstliche Befruchtung zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung haben.

Bislang hieß es in der Regel: Nach drei Versuchen oder nach der Geburt eines Kindes ist Schluss. Künftig jedoch soll der Zähler nach einer Geburt wieder auf Null gestellt werden können. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig.

Beim GBA herrscht dennoch Zuversicht: "Wir sind guter Hoffnung, dass die Rechtsaufsicht unserer Auffassung folgt", sagte der Unparteiische Vorsitzende des GBA, Josef Hecken.

Die Neuregelung angestoßen hatte die Patientenvertretung im GBA. Das Gremium hielt es nach der Beratung am vergangenen Donnerstag für medizinisch begründet, dass nach der Geburt eines Kindes ein erneuter Anspruch auf künstliche Befruchtung auch dann bestehen könne, wenn es vor dem erfolgreichen Versuch bereits andere gegeben hatte.

Das heißt: Nach einer Geburt beginnt die Zählung von vorne. Unter einer Geburt versteht der GBA sowohl Lebend- als auch Totgeburten. Nicht gerechnet werden Eileiter- und Bauchhöhlenschwangerschaften.

Fortbildungspunkte sollen nach zwei Jahren verfallen

"Ich bin stolz, dass wir uns bei dieser Interpretation der Richtlinie einig sind", sagte der Vorsitzende des GBA-Methodenausschuss, Dr. Harald Deisler.

Er schätze grob mit etwa 2700 zusätzlichen Versuchen von künstlicher Befruchtung im Jahr, sagte Deisler. Im Jahr 2008 verzeichnete die GKV 68.000 Versuche. Die Kosten je Versuch liegen bei rund 4000 Euro.

In einem weiteren Beschluss hat das Gremium eine Neufassung der Fortbildungsregeln für Fachärzte, Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichentherapeuten in Kliniken beschlossen.

Demnach sollen Fortbildungspunkte, die älter als zwei Jahre sind, verfallen, wenn ein Arzt oder eine Ärztin Babypause macht, einen Angehörigen pflegt oder zum Beispiel im Ausland arbeitet.

Die unparteiische Vorsitzende des GBA-Unterausschussvorsitzende, Dr. Regina Klakow-Franck, betonte, dass dies kein "Berufsverbot" bedeute.

Die Kliniken hätten die Möglichkeiten, in ihren Qualitätsberichten darauf hinzuweisen, warum ein bei ihnen beschäftigter Arzt nicht die erforderliche Zahl von Fortbildungspunkten nachweisen könne.

Also zum Beispiel auch deshalb, weil er sich in einer renommierten Klinik im Ausland spezialisiert habe, weswegen er zwangsläufig versäumt habe, in Deutschland Punkte zu erwerben.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Tipps der Bundesärztekammer

Wie Ärzte Fake News und Deepfakes erkennen

IGES-Gutachten

Bei den Krebsregistern bremst föderale Vielfalt die Datenqualität

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Abb. 1: Ofatumumab-Konzentrationen in der Muttermilchh

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Flexiblere Familienplanung durch kürzere Kontrazeptionszeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Early-onset-Diabetes

Jeder zweite junge Erwachsene erreicht Diabetesremission

Lesetipps
Hände hallten Tablette in linker Hand und Glas Wasser in rechter Hand

© IQ-Photography / Generated with AI / Stock.adobe.com

Medikamentöse Adipositastherapie

Faktenckeck orales Semaglutid: Was es kann und wo der Haken ist