Dienstag, 3. März 2015
Ärzte Zeitung, 28.01.2013

Kommentar zu U-Vorsorgen

Was Kevin und Jessica hilft

Von Florian Staeck

Namen wie "Jessica", "Kevin" oder "Lea Sophie" haben sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt: Sie stehen für gravierende Fälle von Kindesmisshandlung - und für das Versagen von Behörden.

Seit etwa 2005 entspann sich eine hoch emotionale und oft über die Medien geführte Debatte darüber, was zu tun ist. Ein verbindliches Einladungs- und Erinnerungssystem für Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern, das in vielen Ländern etabliert wurde, ist eine der Antworten auf die Missbrauchsfälle gewesen.

Die Hoffnung dabei: Wird ein Kind bei der U-Vorsorge dem Arzt vorgestellt, bleiben Symptome von Verwahrlosung oder Misshandlung nicht unentdeckt.

Zahlen aus mehreren Ländern zeigen einen gesundheitspolitisch positiven Trend: Mehr Eltern bringen ihren Nachwuchs zur Früherkennung.

Aber den erhofften Schub für den Schutz von Kindern hat dieses Instrument nicht gebracht. Ganz überwiegend waren die betroffenen Familien längst den Behörden bekannt.

Das alle Kinder erfassende Einladungs- und Erinnerungssystem ist aufwändig, bürokratisch und wohl auch teuer. Wenn sich die nun vorliegenden Zahlen bestätigen sollten - wird jemand den Mut haben, es auch wieder in Frage zu stellen?

Lesen Sie dazu auch:
U-Vorsorgen: In der Not zwecklos

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Hypertonie: Nicht trödeln bei der Blutdruck-Senkung

Ab welchen Blutdruckwerten muss die Therapie intensiviert werden? Darüber besteht keine Einigkeit. Eine neue Studie zeigt jetzt: Ärzte sollten nicht zu zögerlich sein - das kann gravierende Folgen haben. mehr »

GOÄ-Reform: "Wir sind noch nie so weit gewesen"

Die Ärzteschaft und die PKV kommen bei der GOÄ-Novelle gut voran. Über das Vergütungsniveau lässt sich aber noch nichts sagen, betont der Ausschussvorsitzende Dr. Theodor Windhorst. mehr »

2014: Gehaltserhöhung für neun KV-Chefs

Zahlreiche KV-Spitzenfunktionäre durften sich 2014 über ein höheres Gehalt freuen. In insgesamt neun KVen gab es für die Vorstände mehr Geld. An der Spitze des KV-Gehaltsrankings steht jetzt auch ein Stellvertreter. mehr »