Ärzte Zeitung, 31.01.2013

Hamburg

Sand im Getriebe bei Kammer und KV

Am Donnerstag entscheidet die KV Hamburg über die Zukunft des Ärztehauses. Der VV-Chef wirft der Kammer "Hinhaltetaktik" vor.

Von Dirk Schnack

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Stein des Anstoßes: Ärztehaus in Hamburg.

© Ärztekammer Hamburg

HAMBURG. Die KV-Vertreter in Hamburg entscheiden am Donnerstagabend in nicht öffentlicher Sitzung, wie es mit dem renovierungsbedürftigen Ärztehaus weitergehen wird.

Zu den Optionen zählen unter anderem ein Neubau am gleichen Standort und der Umzug in ein gemietetes Objekt.

Im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" kritisierte der stellvertretende Vorsitzende der KV-Vertreterversammlung Dr. Stephan Hofmeister, dass die Entscheidung für den beschlossenen Auszug der Ärztekammer aus dem 40 Jahre alten Gebäude nicht früher gefallen ist.

"Ich bedaure den Auszug, akzeptiere ihn aber. Ich habe den Eindruck, dass die Kammer nicht ernsthaft an einem Verbleib im Ärztehaus interessiert war. Die Hinhaltetaktik der Kammer hat uns Zeit und Geld gekostet", sagte Hofmeister.

Zur Erinnerung: Nach langen Überlegungen über die Zukunft des Ärztehauses hat die Kammer beschlossen, in ein Mietobjekt zu ziehen, das den bislang auf fünf Standorte verteilten Mitarbeitern wieder das Arbeiten unter einem gemeinsamen Dach ermöglicht.

Bislang mietet die Kammer beispielsweise eine der vier Etagen im renovierungsbedürftigen Hamburger Ärztehaus. Bei einer schnelleren Entscheidung, so Hofmeister, hätte die KV anders und zügiger planen können.

Zugleich widerspricht er Kammerpräsident Dr. Frank Ulrich Montgomery, der die Zusammenarbeit mit der KV als gut betrachtet. "Es läuft längst nicht alles einvernehmlich und konstruktiv", sagte Hofmeister.

Er sieht das Verhältnis der beiden Körperschaften deutlich stärker belastet als vom Präsidenten der Bundesärztekammer dargestellt. Zwar funktioniere die Zusammenarbeit auf Arbeitsebene, nicht aber in der Spitze.

Dies zeige sich derzeit beim gemeinsam herausgegebenen Hamburger Ärzteblatt, an dem beide Körperschaften hälftig beteiligt sind. Die Kammer stellt Redaktion und Geschäftsführung, die KV den Schriftleiter.

Dessen Vertrag möchte die KV gern verlängern, scheitert aber am Einspruch der Kammer. Wenn kein Konsens hergestellt wird, erwartet die KV einen zu starken Einfluss der Kammer auf Inhalte des Blattes - was im Jahr vor der Kammerwahl in Hamburg Folgen für den Wahlkampf haben könnte.

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