Kammer Nordrhein

Zwei Mal Freie Ärzteschaft

Heftiger Funktionärsstreit in der Ärztekammer Nordrhein: Zwei Lager zoffen sich um Namen und Fraktionsstatus.

Veröffentlicht:

DÜSSELDORF . Bizarre Situation in der Kammerversammlung Nordrhein: Der Streit innerhalb der Freien Ärzteschaft hat dazu geführt, dass jetzt zwei Gruppierungen als Fraktion mit dem Namen Freie Ärzteschaft auftreten. Die Kammer hat noch nicht entschieden, wie sie mit der Lage umgeht.

Bei den Wahlen 2009 hatte die Freie Ärzteschaft 13 Sitze in der Kammerversammlung errungen und eine Fraktion mit Dr. Norbert Sijben, Christa Bartels und Dr. Jürgen Schulze an der Spitze gebildet.

Zu den Fraktionsmitgliedern gehörten Verbandspräsident Wieland Dietrich und sein Vorgänger Martin Grauduszus.

Verbandsinterner Streit führte im November 2012 zu einer Kampfabstimmung zwischen Dietrich und Grauduszus um das Präsidentenamt. Die beiden Lager sind unversöhnlich.

Anfang Februar sind sieben Ärzte aus der Fraktion Freie Ärzteschaft ausgetreten, darunter Dietrich und die komplette Fraktionsführung, ein weiterer Delegierter aus Altersgründen.

Kammer prüft Rechtslage

So blieben nur noch fünf Mitglieder in der Fraktion. Das Heilberufsgesetz sieht für den Fraktionsstatus ein Quorum von sechs Delegierten vor.

"Daraufhin haben wir uns als neue Fraktion unter dem Namen Freie Ärzteschaft konstituiert", sagt Dietrich. Für ihn steht fest, dass seine ehemaligen Mitstreiter - selbst wenn sie weiter als Fraktion auftreten - das nicht weiter unter dem Namen Freie Ärzteschaft tun können.

Das sieht sein Rivale Grauduszus anders: "Wenn man aus einer Fraktion austritt, dann kann man den Namen nicht mitnehmen."

Seiner Einschätzung nach erzwingt das kurzfristige Unterschreiten der Hürde für die Bildung nicht die Auflösung einer Fraktion. Diese Auffassung habe er auch Kammer-Präsident Rudolf Henke mitgeteilt, so Grauduszus.

Die Kammer prüft die Rechtslage noch. Klarheit soll die nächste Kammerversammlung am kommenden Samstag verschaffen. (iss)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kommentar

Krankmeldungen via Telefon: Wider den Wartezimmer-Zwang

Kommentare
Anne C. Leber 08.03.201311:45 Uhr

Leserzuschrift von Hans-Peter Meuser

Bei 121 Kammerversammlungsmitgliedern beträgt die notwendige Fraktionsstärke sieben Mitglieder und nicht sechs, wie Sie schreiben. Nach Heilberufsgesetz muss eine Fraktion mindestens fünf Prozent der Mitglieder der Kammerversammlung repräsentieren. Fünf Prozent von 121 aber sind 6,05. Mit 6,00 Mitgliedern verfehlt eine Gruppe also den Fraktionsstatus knapp.
Hans-Peter Meuser
Mitglied der Kammerversammlung
der Ärztekammer Nordrhein

Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Unterschiede der Geschlechter

Herzinfarkte und Ischämie bei Frauen: Was ist wirklich anders?

Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung

Was tun, wenn Unterzucker nicht bemerkt wird?

Lesetipps
Eine Figur steht in einem Irrgarten.

© imaginando / stock.adobe.com

Kasuistik

Patient mit juckendem Ausschlag: Irrwege bis zur richtigen Diagnose

Nur noch Kerzen erleuchten die Fenster eines Wohnhauses in Berlin. Nach dem Brand einer Kabelbrücke sind im Südwesten tausende Haushalte und Betriebe ohne Strom.

© Carsten Koall/dpa

Update

Praxen im Südwesten betroffen

Wieder Stromausfall in Berlin: Kollege Sommer berichtet von seinen Erfahrungen