Ärzte Zeitung, 21.05.2013

Diagnose von psychischen Erkrankungen

US-Kriterien sind keine Orientierung

BERLIN. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) warnt davor, Diagnose-Kriterien für psychische Erkrankungen aufzuweichen. Anlass ist die Neufassung des Diagnostik-Handbuchs für psychische Störungen DSM-5 in den USA.

BPtK-Präsident Professor Rainer Richter kritisiert, dass in dem Handbuch Trauer nach dem Verlust einer nahestehenden Person bereits nach zwei Wochen als Krankheit eingestuft werden kann: "Wer intensiv trauert, erfüllt zwar häufig formal die Kriterien einer Depression, ist aber nicht krank."

Erstmals erfasst das DSM-5 auch Wutausbrüche von Kindern und Jugendlichen: Die Diagnose "Disruptive Mood Dysregulation Disorder" wertet Richter als "hilflosen Versuch", eine US-spezifische Überdiagnostik von bipolaren Störungen bei Kindern in den Griff zu bekommen.

Für Deutschland hat die Veröffentlichung des DSM-5 keine unmittelbaren Auswirkungen, weil die ICD-10 gilt. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Abstimmung über Trumps Gesundheitsreform verschoben

Die Republikaner haben nicht genügend Stimmen für die Abschaffung von "Obamacare" zusammen, verschieben die Abstimmung im Kongress. Trump muss warten - das kann ihm nicht schmecken. Aber das Weiße Haus macht Druck. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »