Ärzte Zeitung, 20.09.2013

KV Brandenburg

Impfkampagne gestartet

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Auch in Brandenburg sinken die Durchimpfungsraten. Jetzt reagiert die KV - und stattet rund 2000 Ärzte mit einem Impfpaket aus.

POTSDAM. Die KV Brandenburg (KVBB) hat am 16. September ihre vierte Impfkampagne in Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie gestartet.

Rund 2000 Haus-, Kinder- und Frauenärzte stattet die KV für die Aktion in Kooperation mit den Arzneimittelherstellern GlaxoSmithKline, Novartis, Pfizer und Sanofi Pasteur MSD mit einem Impfpaket für Patienten und Personal aus.

Besonderen Wert legt KV-Chef Dr. Hans-Joachim Helming auf die Wiederholungsimpfungen. "Wie wichtig das permanenten Erinnern an Auffrischungen ist, zeigen die Masernprobleme", sagte Helming bei der KV-Vertreterversammlung Anfang September.

Helming: Mentalität hat sich geändert

Die bislang hohen Durchimpfungsraten gegen Masern in Brandenburg führte er zum Teil noch auf DDR-Traditionen zurück.

Die Mentalität der Menschen habe sich aber geändert. "In der Summe haben wir deutlich nachlassende Durchimpfungsraten. Die notwendigen Zweit- und Dritt-Impfungen werden nicht mehr gemacht", kritisierte Helming.

So hätten nur rund 87 Prozent aller Brandenburger Kleinkinder zwischen 30 und 42 Monaten den grundlegenden Impfschutz gegen Masern. "Das ist zu wenig, da müssen wir dran bleiben", fordert der KV-Chef.

Großen Nachholbedarf sieht der Gynäkologe Helming auch bei der Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV). Nur knapp 40 Prozent der Mädchen in Brandenburg hätten die notwendigen drei HPV-Impfungen erhalten.

"Je mehr Menschen geimpft sind, desto schwerer können sich gefährliche Infektionskrankheiten ausbreiten", erklärte der KVBB-Chef.

Geprüfte Impfstoffe

Auf die hohen Ansprüche an die Sicherheit von Impfstoffen wies Dr. Klaus Schlüter von Sanofi Pasteur MSD hin.

Bevor ein Impfstoff zugelassen werde, würden Studien mit bis zu 100.000 Teilnehmern stattfinden. Bei zugelassenen Impfstoffen überprüfe das Paul-Ehrlich-Institut fortlaufend Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit.

"Das Zusammenspiel all dieser Maßnahmen macht die Impfstoffe von heute zu den sichersten und bestgeprüften Medikamenten die wir derzeit haben", so Schlüter. (ami)

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