Ärzte Zeitung online, 24.09.2013

Umfrage

Thüringische Augenärzte massiv überlastet

75 Prozent aller niedergelassenen Augenärzte haben bereits Patienten abgewiesen.

ERFURT. Drei Viertel der in Thüringen niedergelassenen Augenärzte haben in den vergangenen Monaten wegen Überlastung Patienten abgewiesen. Dies ergab eine Umfrage des Hartmannbunds.

"Die Situation ist zu ernst, um die Problematik herunterzuspielen", sagte Jörg Müller, Augenarzt in Gera und Vize des Thüringer Landesverbandes.

Wie groß der Mangel ist, zeigte sich Anfang September bei der Eröffnung einer neuen Praxis in Gera, vor der sich schon am frühen Morgen eine Schlange mit rund 400 Patienten bildete.

Die Kassenärztliche Vereinigung musste bereits in Gera zur Notbeauftragung von Augenärzten greifen.

Laut KV fehlen vielerorts konservative Augenärzte, wohingegen es an operativen Kollegen einen Überhang gibt - das führt zur paradoxen Situation, dass Gera und andere Regionen für neue Zulassungen gesperrt sind.

152 Augenärzte in Thüringen

In Thüringen gibt es aktuell 152 Augenärzte, davon haben sich laut Hartmannbund 44 Prozent an der Umfrage beteiligt.

Zwei von drei Augenärzten erklärten, die Lage der Versorgung habe sich in den vergangenen drei Jahren verschärft. Jeder Fünfte sagte, er habe von der KV bereits eine Aufforderung zur Übernahme von Patienten erhalten.

Der Großteil der Befragten lehnt diese Zwangsmaßnahme ab. "Wir müssen offen über die Probleme und die Schwächen des jetzigen Systems reden", so Müller. Er fordert mehr Leistungsgerechtigkeit und Planungssicherheit.

Dazu komme die schlechte Honorierung bei den gesetzlich versicherten Patienten, da etwa ein Drittel der erbrachten Leistungen durch die KV nicht vergütet werde. (rbü)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »