Ärzte Zeitung online, 01.11.2013

Econ-Award

KBV-Kampagne "Wir arbeiten für Ihr Leben gern" prämiert

"Wir arbeiten für Ihr Leben gern" bestätigen seit April bundesweit Ärzte und Psychotherapeuten auf Werbeplakaten. KBV und KVen haben für die Kampagne nun den Econ-Award in Silber erhalten.

NEU-ISENBURG. Die Kampagne "Wir arbeiten für Ihr Leben gern" wurde mit dem silbernen Econ-Award ausgezeichnet.

Seit April werben Kassenärztliche Bundesvereinigung und Kassenärztliche Vereinigungen online, mit Plakaten und Werbespots für den Arztberuf.

Der Econ-Verlag und die Handelsblatt-Gruppe vergeben den Preis für Werbemaßnahmen der Unternehmenskommunikation.

Die KBV-Kampagne erreichte den zweiten Rang in der Kategorie "integrierte Unternehmenskommunikation", auf Platz eins kam die Commerzbank mit ihrer Kampagne "erster Schritt".

Die Jury lobte die KBV-Kampagne für ihre Authentizität, da sie auf bezahlte Models und weiße Kittel verzichtet und stattdessen auf echte Ärzte und Psychotherapeuten setzt.

Die Juroren sind überzeugt, dass die Kampagne dazu beitragen wird, junge Menschen für den Arztberuf zu begeistern.

Kampagne läuft noch bis 2017

Bei Medizinstudierenden waren die Werbemaßnahmen jedoch nicht gut angekommen. Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland hatte im Mai kritisiert, die Kampagne deute an, der Ärztenachwuchs sei demotiviert und zeige kaum Risikobereitschaft.

Die Kampagne wird noch bis 2017 laufen und kostet insgesamt 15 Millionen Euro. Der KBV zufolge wurde die Kampagne schon kurz nach ihrem Start von etwa 15 Prozent der Bevölkerung wahrgenommen.

Die Wirksamkeit lässt die KBV fortlaufend evaluieren.

Der TV-Spot zum Ansehen: www.ihre-aerzte.de/kampagne/tv-spot

[04.11.2013, 10:17:18]
Dr. Birgit Bauer 
Das muß uns uns zu denken geben !
Der Econ-Verlag und die Handelsblatt-Gruppe vergeben den Preis für Werbemaßnahmen der Unternehmenskommunikation.
Es entlarft die völlige Fehlentwicklung unserer ärztlichen Selbstverwaltung.
Bei der KV handelt es sich eben nicht um ein Unternehmen, sondern um eine öffentlich- rechtliche Struktur mit Zwangsmitgliedern und Pflichtbeiträgen, die eigentlich die Ärzteschaft gegen die immer weitere Kommerzialisierung und die Dampinghonorierung der Krankenkassen vertreten soll. Aber Fehlanzeige! Sonst hätten wir das derzeitige Problem des Ärztemangels, der Diskriminierung des Arztberufes und die Vermarktung von Gesundheit und Krankheit nicht.
Der Pat. ist kein Kunde und die Gesundheit bzw. Krankheit keine Ware !!!
Wie lange soll sich diese Fehlentwicklung in unserem Land noch fortsetzen?
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[01.11.2013, 14:48:10]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Public Relations" ist alles?
Dass die professionell gestylte COMMERZBANK-Werbekampagne "Erster Schritt" des Regisseurs Phil Brown, der die Geschichte einer jungen Frau erzählt, die als Langstreckenläuferin Lena Kuske durch die frühmorgendliche Finanzmetropole Frankfurt/Main joggt und selbstkritische Gedanken über die Finanzwelt äußert, den Sieg beim Econ-Award davonträgt, kommt nicht von ungefähr: Die sympathische Protagonistin ist s e l b s t Bankfilialdirektorin der Commerzbank und würde nichts Negatives über ihren Arbeitgeber berichten wollen.

Aber der 2. Platz beim Econ-Award für die KBV-Kampagne "Wir arbeiten für Ihr Leben gern" übersieht, dass die Kassenärztliche Bundesvereinigung ausschließlich die strahlende Vorderseite der Ärzte-Medaille hervorheben und die harte medizinische Alltags-Realität verleugnen wollte: Pauschalierte ärztliche Tätigkeiten weiterhin unter Budget-Zwang und Regress-Drohung, Schwächung und Ausdünnung hausärztlicher Präsenz in Rand- und Problembezirken, ländlichen Regionen und Großstadt-Ghettos, Hausarzt-EBM-Desaster mit 2. Chronikerberatung und Quartals-Vertretungs-Pauschalen auf Parkgebühren-Niveau, mangelhafte Kommunikation mit der Basis, Sonntagsreden im Anti-Korruptionskampf und bei Haftpflicht-Exzessen, um nur einige Beispiele zu nennen. D a s ist die "Schöne Neue Welt" der KBV: Blenden und Aufschneiden, bis der Arzt kommt.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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