Ärzte Zeitung, 17.02.2014

ZNS-Verband

"Prioritäten der Mittelverteilung neu justieren!"

KÖLN. Der Spitzenverband ZNS plädiert dafür, dass ein höherer Teil der Gesundheitsausgaben in die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen fließt.

"Die Prioritäten bei der Mittelverteilung im Gesundheitswesen müssen überarbeitet werden", sagte der Verbandsvorsitzende Dr. Frank Bergmann. "Wir müssen die Versorgung und Erforschung von psychischen Erkrankungen verbessern." Bergmann stützt sich auf die Untersuchung einer Arbeitsgruppe um den britischen Ökonomen Richard Layard.

Danach werden selbst in reichen Ländern weniger als ein Drittel der Patienten mit psychischen Erkrankungen behandelt. In diesen Bereich fließen selten mehr als 15 Prozent der Gesundheitsetats - obwohl eine kostendeckende Behandlung der Betroffenen möglich wäre.

Der Ökonom Layard geht in seiner Studie davon aus, dass die Staaten bei einer adäquaten Versorgung Sozialausgaben sparen und weniger Steuereinnahmen aufgrund von Erwerbsunfähigkeiten verlieren würden.

"Diskriminierung ist ein individuelles Problem für die Betroffenen und ein ökonomisches Problem für die Gesellschaft", betonte Bergmann. Er erneuerte seine Forderung nach einer besseren regionalen Vernetzung und einer angemessenen Vergütung der sprechenden Medizin. (iss)

[17.02.2014, 08:12:18]
Gerhard Leinz 
Nicht nur Geld..
Auch wenn die Zahlen zur Mittelverteilung schockierend sind: 11 Milliarden für die ambulante Zahnmedizin, nur 1,5 Milliarden für die Psychotherapie.. Es geht auch um den effektiven Einsatz der Mittel. Im "Psycho Bereich" ist schockierend, dass die "Massenabfertiger", das heißt konkret die Nervenärzte über das System der Pauschalen Vergütung bervorzugt werden. Sie verdienen am Meisten (siehe KBV Honorarbericht) und die Ärzte, die Zeit für die psychisch Kranken bereitstellen, das heißt die Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie und die Psychotherapeuten die Schlusslichter bei der Vergütung sind. Eigentlich notwendig ist aber die Überleitung in ein System, das nicht "Fließbandleistungsberbringung" belohnt, sondern den Erfolg, zum Beispiel eine geglückte berufliche Wiedereingliederung.

Gerhard Leinz
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »