Ärzte Zeitung, 28.04.2014

Neue Verträge

KVWL spürt Aufbruchstimmung bei Kassen

KVWL spürt Aufbruchstimmung bei Kassen

Kassen zeigen sich offen für neue Verträge, sagt die KV Westfalen-Lippe. Doch ob das auch mit den ab 2015 geltenden neuen Finanzierungsregeln so bleibt?

KÖLN. Wenn es um den Abschluss neuer Verträge über zusätzliche Leistungen geht, sind die Krankenkassen seit einiger Zeit wieder offener. Das ist zumindest die Erfahrung der KV Westfalen-Lippe (KVWL). "Wir spüren aktuell eine Aufbruchstimmung", sagt KV-Sprecher Christopher Schneider.

Seit rund einem Jahr zeigen die Kassen in Westfalen-Lippe ein gestiegenes Interesse an neuen Ansätzen und sind bereit, gezielt Mittel für zusätzliche Leistungen zur Verfügung zu stellen. Das betrifft insbesondere den Bereich der Prävention, berichtet Schneider. "Offenbar wollen die Kassen durch das Angebot von Zusatzleistungen attraktiv für bestimmte Versichertengruppen sein."

Hilfreich für die Entwicklung ist sicher die gute Finanzlage der Krankenkassen. Die KVWL hofft, dass die Bereitschaft zum Abschluss von Zusatzverträgen auch im kommenden Jahr anhält und unter den neuen Finanzierungsregelungen ab 2015 nicht wieder die Angst vor einem Zusatzbeitrag das Handeln bestimmt.

Ultraschall-Screening auf Bauchaortenaneurysmen

Zum 1. April hat die KVWL mit der DAK-Gesundheit einen Vertrag über ein Ultraschall-Screening auf Bauchaortenaneurysmen geschlossen. Die Vorsorgeuntersuchung steht allen männlichen Versicherten ab 60 Jahren zur Verfügung sowie allen Versicherten über 40, die eine familiäre Vorbelastung haben. Für die Vorsorgeuntersuchung erhalten die Ärzte extrabudgetär 20 Euro.

Ebenfalls seit 1. April greift ein Vertrag mit der BKK RWE über ein erweitertes Monitoring von Patienten mit Herz- und Kreislauferkrankungen. Versicherte mit Risiken oder mit Herz-, Kreislauf- sowie Gefäß-Erkrankungen erhalten von der Kasse einen Risiko-Check-Gutschein, den sie innerhalb von sechs Monaten bei einem Arzt einlösen können.

Der Herz-Gefäß-Risiko-Check wird extrabudgetär mit 60 Euro vergütet, für eine Kontrolluntersuchung nach der Einleitung von Therapiemaßnahmen bekommt der Arzt 25 Euro. (iss)

[28.04.2014, 22:11:13]
Dr. Christoph Luyken 
Kassen wollen durchZusatzleistungen attraktiv für bestimmte Versichertengruppen sein.
Vorsorgeuntersuchungen gut und schön -
mir wäre es allerdings lieber, für Leistungen an kranken Menschen besser bezahlt, anstatt vermehrt für Marketingprojekte der kranken Kassen eingespannt zu werden... zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

9 wichtige Forderungen, Analysen, Informationen

Fleißige Delegierte: In Freiburg wurde wieder eine große Palette an Themen abgearbeitet. mehr »

Versorgungswerke sitzen auf 184 Milliarden Euro

Auf die Frage nach der Leistungsfähigkeit der Versorgungswerke tut sich die Bundesregierung mit dem Blick in die Glaskugel schwer. Die Anzahl der Rentenempfänger werde wohl weiter deutlich zunehmen. mehr »