Ärzte Zeitung, 25.08.2014

Nordrhein

Henke bleibt Kammerchef

In Nordrhein bleibt an der Spitze der Ärztekammer alles beim Alten: Das bewährte Duo Henke und Zimmer hat die Kammerwahl gewonnen.

Henke bleibt Kammerchef

ÄKNo-Präsident Rudolf Henke wurde mit 74 Stimmen im Amt bestätigt.

© MB

DÜSSELDORF. Kontinuität in der Ärztekammer Nordrhein (ÄKNo): Präsident Rudolf Henke und sein Vize Bernd Zimmer sind am Samstag mit deutlicher Mehrheit in ihren Ämtern bestätigt worden.

Beide sehen das als Basis für eine gute Zusammenarbeit mit allen Fraktionen der Kammerversammlung. Die Verteilung der Vorstandsposten hat allerdings für Unmut beim Ärztebündnis Nordrhein gesorgt.

Er sei überzeugt, dass der künftige Vorstand in vielen Fragen einen breiten Konsens finden werde, sagte Henke vor seiner Wahl. "Für die Ärzteschaft insgesamt wie für die Kammer gilt: Wir schwächen uns mit Grabenkämpfen. Stark sind wir nur gemeinsam."

Als wichtige Aufgabe sieht er die Stärkung der ärztlichen Freiberuflichkeit. "Wir brauchen Therapiefreiheit statt bürokratischer Gängelung und statt ökonomischen Drucks", betonte Henke.

Eindeutiges Wahlergebnis

Der Vorsitzende des Ärztebündnisses Nordrhein Dr. Lothar Rütz ging gegen ihn ins Rennen. "Ich kann der Kammer meine Arbeitskraft ungeteilt zur Verfügung stellen", versprach er unter Anspielung auf die Tatsache, dass Henke auch CDU-Bundestagsabgeordneter und Chef des Marburger Bundes ist.

Bei der geheimen Abstimmung erhielt Henke 74 Stimmen. Auf Rütz entfielen 40 - er hat offenbar auch drei Stimmen von Vertretern der Mehrheitsfraktionen erhalten.

Zimmer hatte keinen Gegenkandidaten. Er konnte 72 Stimmen auf sich vereinigen, 24 Delegierte votierten gegen ihn, 16 enthielten sich.

Bei der Wahl der Beisitzer traten 17 Kandidaten für die 16 Sitze an. In der ÄKNo werden traditionell alle Fraktionen an der Vorstandsarbeit beteiligt und nicht nur Vertreter der Mehrheitskoalition.

Die Zahl der Sitze im Vorstand richtet sich nach der Stärke der Fraktionen in der Kammerversammlung, berechnet nach dem d'Hondtschen Verfahren.

Der Marburger Bund, der 54 der 121 Kammermitglieder stellt, hätte danach acht Beisitzer. Dem Ärztebündnis Nordrhein (40 Mitglieder) hätten fünf Sitze und der Fraktion VoxMed (27) drei Sitze zugestanden. Marburger Bund und VoxMed hatten aber im Vorfeld entschieden, dass VoxMed und Ärztebündnis Nordrhein jeweils vier Sitze erhalten.

Nur zwei Frauen im Vorstand

Das Ärztebündnis, das die Entscheidung im Vorfeld heftig kritisiert hatte, nominierte dennoch fünf Kandidaten. Alle fielen im ersten Wahlgang durch, während Marburger Bund und VoxMed ihre Bewerber durchbrachten. Im zweiten Wahlgang nominierte das Ärztebündnis nur noch vier Ärzte. Sie wurden en bloc in offener Abstimmung mit 107 Stimmen bei vier Enthaltungen gewählt.

Den Vorstand bilden künftig Dr. Sven Christian Dreyer, Professor Reinhard Griebenow, Dr. Hansjörg Heep, Dr. Friedrich Wilhelm Hülskamp, Professor Gisbert Knichwitz, Dr. Christian Köhne, Dr. Anja Maria Mitrenga-Theusinger und Dr. Maria Vehreschild für den Marburger Bund, Dr. Oliver Funken, Dr. Heiner Heister, Dr. Rainer Holzborn und Dr. Carsten König für VoxMed sowie Professor Bernd Bertram, Uwe Brock, Dr. Lothar Rütz und Dr. Joachim Wichmann für das Ärztebündnis Nordrhein.

Damit sitzen gerade mal zwei Frauen im Vorstand, von den 121 Delegierten sind 23 weiblich. Die Kammer habe in der Außenwirkung Fortschritte gemacht, sagte ÄKNo-Vize Zimmer. Das sei aber offensichtlich noch nicht genug. "Sonst hätten wir hier mehr Junge und mehr Frauen."

Die ÄKNo-Kammerversammlung hat 53 neue Mitglieder. Der KBV-Vorsitzende Dr. Andreas Gassen hat sein Mandat nicht angenommen. (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »