Ärzte Zeitung, 26.09.2014

Neubau KV Hamburg

Ärzte sollen tief in die Tasche greifen

Ärzte sollen tief in die Tasche greifen

Die KV Hamburg will für den Bau des neuen Ärztehauses den Verwaltungskostenbeitrag anheben. Dafür hagelt es ordentlich Kritik.

HAMBURG. Für das neue Ärztehaus in Hamburg sollen die Ärzte in den kommenden zwei Jahren zehn Millionen Euro ansparen. Mit Hilfe dieses Eigenkapitals soll der dann aufzunehmende Kredit auf 28 Millionen Euro gedeckelt werden.

Für die Ärzte bedeutet das: Der Verwaltungskostenbeitrag der KV Hamburg von derzeit 2,8 Prozent müsste zwei Jahre lang deutlich angehoben werden.

Im Gespräch ist ein Plus von mehr als 0,5 Prozentpunkten. Für den Kredit wäre voraussichtlich eine Anhebung von 0,25 Prozentpunkten erforderlich.

Eine kontrovers diskutierte Debatte in der jüngsten Vertreterversammlung brachte am Ende keine Einigung über Kreditlaufzeiten, die damit verbundenen Belastungen für die aktuelle und die nachkommende Ärztegeneration und vor allem über Verfahrensfragen.

Am Ende kündigte der Abgeordnete Dr. Torsten Hemker eine rechtliche Prüfung des Abstimmungsverfahrens an, weil der VV-Vorsitzende Dr. Dirk Heinrich einen Beschlussvorschlag des Finanzausschusses als den weitestgehenden einstufte und diesen zuerst abstimmen ließ.

Knappe Mehrheit

Diesen Antrag nahm die Vertreterversammlung zu später Stunden mit knapper Mehrheit an.

KV-Vorstandschef Walter Plassmann versuchte anschließend, die Wogen zu glätten: Der Beschluss hat eine Soll-Formulierung, die einige Anpassungen ermöglicht, mit denen man auf die Anregungen Hemkers eingehen kann.

Plassmann zeigte sich enttäuscht, dass nun erstmals in Fragen des 38 Millionen Euro teuren Neubaus Unstimmigkeiten aufgekommen sind. Schon vor dem umstrittenen Abstimmungsverfahren hatte es unterschiedliche Auffassungen über die richtige Laufzeit und die Höhe des anzusparenden Eigenkapitals gegeben.

Einige Vertreter halten eine Erhöhung des Verwaltungskostenbeitrags um rund 0,5 Prozentpunkte an der Basis für nicht vermittelbar. Sie verwiesen zugleich darauf, dass die aktuell praktizierende Ärztegeneration damit einen Neubau finanziert, der noch Jahrzehnte einer nachkommenden Generation dienen wird.

Andere gaben zu bedenken, dass die jetzige Generation diese Belastung tragen könne - ob die nachfolgende aufgrund ungewisser Rahmenbedingungen dazu in der Lage sein wird, sei zu bezweifeln.

Über die Anhebung des Verwaltungskostenbeitrags soll in der Dezembersitzung der VV entschieden werden. Dann sollen auch konkrete Angebote von Banken über die Kreditbedingungen vorliegen. Der Neubau soll in zwei Jahren bezugsfertig sein. (di)

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