Ärzte Zeitung, 29.09.2014

Kommentar zur Bedarfsplanung

Paragrafenreiten hilft nicht

Von Florian Staeck

Hausarzt, Apotheke, Lebensmittelladen: Diese Trias gehört immer noch zur traditionellen Grundausstattung einer jeden Gemeinde.

Der Gemeindetag Baden-Württemberg will das für die Zukunft festschreiben, fordert einen Rechtsanspruch auf einen niedergelassenen Hausarztsitz in jeder eigenständigen Gemeinde. Bereits in 172 Städten und Gemeinden im Südwesten gebe es keinen Hausarzt mehr.

So verständlich die Forderung aus Sicht besorgter Bürgermeister sein mag - es ist blanke Symbolpolitik. Die Abwanderung von immer mehr vor allem hoch qualifizierten Menschen aus Dörfern in Oberzentren oder Ballungsräume ist ein Trend, der sich nicht mit Rechtsansprüchen aufhalten lässt.

Rechenspiele des Gemeindetags, die den Hausarztmangel auf ein Verteilungsproblem reduzieren wollen, sind ein Akt der Selbsttäuschung.

Der gezielte Ausbau der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin, massive Honoraranreize für Landärzte, wie sie der Sachverständigenrat vorgeschlagen hat, flexiblere Formen der Berufsausübung auch im Angestelltenverhältnis oder die rollende Hausarztpraxis - es wird eine Kärrnerarbeit sein, um die hausärztliche Versorgung in der Fläche zu sichern.

Dass der Gemeindetag hier seine Kooperation anbietet, ist wichtig und richtig.

Lesen Sie dazu auch:
Baden-Württemberg: Gemeindetag will Recht auf Hausarztsitz

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromiss im Tauschhandel?

18:31 Kaum verkündet, war der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Doch jetzt soll der Koalitionsausschuss eine Einigung bringen. Offenbar bahnt sich ein Handel zwischen CDU und SPD an. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »