Ärzte Zeitung, 13.04.2015

Vergütungsreform im Notarztdienst

Viele Standorte profitieren

In Bayern verzeichnen 75 Prozent der Standorte nach der Reform der Vergütung im Notarztdienst ein Plus. Einbußen gibt es vor allem in besonders umsatzstarken Gebieten.

Von Jürgen Stoschek

MÜNCHEN. Durch die Neuordnung der Vergütung im Notarztdienst in Bayern, die zum 1. Januar in Kraft getreten ist, haben nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) 75 Prozent der Standorte hinzugewonnen.

Das sind vor allem Standorte mit wenigen Einsätzen, die meist in den ländlichen Gebieten liegen.

Zehn Standorte, die durch die Reform zum Teil erhebliche Verluste zu verzeichnen haben, gehören zu den umsatzstärksten, berichtete der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Dr. Pedro Schmelz bei der Vertreterversammlung.

Für diese Standorte gibt es für die ersten beiden Quartale 2015 einen Vergütungsausgleich, durch den der Honorarrückgang auf maximal 15 Prozent gegenüber dem bis Ende 2014 geltenden Vergütungsmodell begrenzt wird.

Eine Antragstellung sei nicht notwendig, erklärte Schmelz. Die Berechnung erfolge arztindividuell und standortbezogen, sodass Gewinne aus kleineren Standorten nicht mit Verlusten aus großen Standorten verrechnet werden.

Ob es auch für das dritte und vierte Quartal 2015 einen Vergütungsausgleich geben wird, soll im April in Verhandlungen mit den Krankenkassen geklärt werden, wenn die Ergebnisse des ersten Quartals vorliegen.

Ende vergangenen Jahres hatten sich die Krankenkassen und die KV Bayerns auf ein neues Vergütungsmodell für notärztliche Leistungen verständigt.

Um den Erfordernissen der Notärzte sowohl in den Großstädten wie auch auf dem Land gerecht zu werden, wird für die Bereitschaftszeit eine garantierte Grundvergütung ausgezahlt. Für die Bereitschaftszeiten nachts sowie an Wochenenden kommt noch ein Zuschlag hinzu.

Zweiter Bestandteil der Vergütung der Notärzte ist ein leistungsbezogener Anteil, der sich nach der Einsatzdauer und der Zahl der behandelten Patienten pro Einsatz richtet: Die Einsatzvergütung je Einsatz und Patient beträgt 45 Euro.

Bei mehreren Patienten in einem Einsatz werden für die ersten drei Patienten jeweils 45 Euro vergütet, für den vierten bis sechsten Patienten je 25 Euro. Bei Einsätzen, die länger als zwei Stunden dauern, gibt es einen Zeitzuschlag von 40 Euro.

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