Pflegestellen

Niedersachsen will Nachschlag

In der Klinikreform sind 660 Millionen Euro vorgesehen - Niedersachsen will aber doppelt so viel.

Veröffentlicht:

HANNOVER. Niedersachsen Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) will sich im Bundesrat für eine Verdoppelung des Budgets für das Pflegestellenprogramm einsetzen. Das bestätigt ihr Sprecher, Uwe Hildebrandt, der "Ärzte Zeitung".

"In den Krankenhäusern müssen künftig mehr Pflegefachkräfte eingesetzt werden, damit das Hin-und-Her-Gehetze der Beschäftigten ein Ende hat. Nicht selten werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihrem freien Tag einbestellt, weil auf der Station krankheitsbedingt Land unter ist", erklärte Rundt auf Anfrage.

Laut Krankenhausstrukturgesetz sollen nach Worten Rundts zwischen 2016 und 2018 rund 660 Millionen Euro zusätzlich in die Pflege am Bett fließen. "Allerdings reicht dieser Betrag noch nicht aus. Ich setze mich jetzt in Abstimmung mit anderen Bundesländern für eine Verdopplung des Betrags ein", teilte Rundt mit.

Hintergrund von Rundts Äußerung ist eine Statistik der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Danach arbeiten in Niedersachsens Krankenhäusern immer weniger Schwestern und Pfleger. 1991 zählte die Stiftung rund 24.800 Vollzeitstellen, im Jahr 2013 waren es 2000 weniger. Das Minus in Niedersachsen beträgt 6,94 Prozent.

Unterdessen stieg die Zahl der ärztlichen Vollzeitstellen im selben Zeitraum deutlich, und zwar von rund 7700 auf 12. 00, so die Stiftung Patientenschutz. Das bedeutet eine Steigerung von 57 Prozent.

Man dürfe Ärzte und Pflegekräfte nicht gegeneinander ausspielen, sagte Rundt. "Der Anstieg der Ärztezahl an Kliniken seit 1991 um 57 Prozent erklärt sich insbesondere auch durch die hohen medizinischen Standards, die wir den Patienten inzwischen anbieten können" so Rundt.

Rundt hatte als Vertreterin der Flächenländer in der Bund-Länder-AG zum Krankenhausstrukturgesetz mitverhandelt. Es wird am Donnerstag erstmals im Bundestag beraten. (cben)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Übergangsfinanzierung für Kliniken in der Kritik

Grünen-Politikerin warnt vor teuren Subventionen für Krankenhäuser

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vorschau aufs Wochenende

Herzkongress ESC 2025: Diese neuen Studien stehen im Blickpunkt

Lesetipps
Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte

© Daniel Karmann/dpa

Stichtage rücken näher

Warum es sich für Praxen lohnt, vor dem 1. Oktober in die ePA einzusteigen

Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung sind zwar hoch akzeptiert, aber komplett verzichten kann man auf die HbA1c-Messung (noch) nicht.

© stivog / stock.adobe.com

Evolution der Therapiesteuerung

Diabetesmanagement: Das Ende des HbA1c-Werts?

Rezeptunterschrift? Immer eigenhändig. Immer!

© detailblick-foto / stock.adobe.com

Bundessozialgericht

Rezeptunterschrift gestempelt: Internist drohen 1,24 Millionen Euro Regress