Ärzte Zeitung, 14.10.2015

KV Baden-Württemberg

Hausärzte sparen nicht mit Lob

Bei einer Mitgliederumfrage der KV Baden-Württemberg erntet die Körperschaft deutlich bessere Noten von den Haus- als von den Fachärzten. Die Finanzierung des reformierten Notdienstes spaltet die KV-Mitglieder.

STUTTGART. Die KV Baden-Württemberg hat bei einer Umfrage unter den Vertragsärzten im Südwesten von knapp jedem Zweiten gute Noten für ihre Arbeit erhalten.

Die Mitgliederumfrage hat ein externes Institut für die KV organisiert. 815 Haus-, 741 Fachärzte und 243 Psychotherapeuten der insgesamt rund 20.000 Mitglieder sind dafür befragt worden.

Auf die Frage, wie zufrieden sie insgesamt mit den Leistungen der KV seien, vergaben acht Prozent der Befragten die Schulnote "sehr gut", 38 Prozent ein "gut". 29 Prozent der Ärzte und Psychotherapeuten halten die KV-Leistungen für "befriedigend", die übrigen 23 Prozent erteilten ein "ausreichend" bis "ungenügend".

Auffällig dabei ist, dass 53 Prozent der Hausärzte die KV mit "sehr gut" oder "gut" benoten, bei den Fachärzten taten dies nur 41 Prozent, bei den Psychotherapeuten 43 Prozent.

"Gezittert", so gab KV-Vorstandsvize Dr. Johannes Fechner bei der jüngsten Vertreterversammlung in Stuttgart zu, habe man vor den Noten für die lange umstrittene Notfalldienstreform: 41 Prozent der Befragten antworteten, es "trifft zu", dass die Reform notwendig gewesen ist, 23 Prozent vergaben ein "trifft eher zu".

Für 25 Prozent der Antwortenden war die Reform "eher nicht" oder definitiv nicht notwendig, die übrigen elf Prozent antworteten mit "weiß nicht".

Nur knapp die Hälfte der Befragten wertet die Finanzierung des Notdienstes als ausgewogen. Für 19 Prozent trifft es zu, dass die Umlagen, die von der KV erhoben werden, "angemessen" sind.

30 Prozent der Antwortenden vergaben hier ein "trifft eher zu". Doch ist die Kritikerfront beachtlich: 39 Prozent bezeichnen die Umlagen als eher nicht oder gar nicht angemessen.

Vertragsärzte und -psychotherapeuten müssen zum einen eine monatliche Kopfpauschale von 59 Euro für den Notdienst zahlen. Zum anderen fällt eine Umsatzkomponente an, die sich auf 0,4319 Prozent der KV-Umsätze des betreffenden Mitglieds beläuft. (fst)

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