Ärzte Zeitung online, 22.10.2015

Falk-KVen über Klinikreform

Pläne gehen am Bedarf vorbei

Vertragsärzte wollen nicht an allen Krankenhäusern Portalpraxen einrichten. Der Plan aus der Klinikreform geht am Bedarf vorbei, sagen sie.

BERLIN. Vertreter der Freien Allianz der Länder-KVen (FALK-KVen) werfen der Bundesregierung vor, in der Klinikreform am Bedarf vorbei zu planen. Auslöser sind die Pläne des Gesundheitsministeriums, im Zuge der Klinikreform an allen Krankenhäusern Notfallpraxen einzurichten.

Dr. Norbert Metke, KV-Chef in Baden-Württemberg, verwies darauf, dass es im Südwesten bereits 120 Notfallpraxen gebe, von denen 106 an Kliniken angesiedelt seien. Sollten in der Tat alle 240 Kliniken in Baden-Württemberg eine Notfallpraxis einrichten, würde dies am Bedarf vorbei gehen.

Ballungszentren künftig überversorgt?

Vor allem Ballungszentren wären dann überversorgt. "Wir haben dazu weder die Mittel noch die Ärzte", sagte Metke am Donnerstag in Berlin. Bei einer Ausweitung der ambulanten Klinikbehandlung seien entsprechende Mittel zur Verfügung zu stellen.

"Die Ärzte bezahlen den Notfalldienst aus ihrem Budget. Auch eine KV kann einen Euro nur einmal ausgeben", betonte Metke. Zu FALK gehören die KVen aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Westfalen-Lippe und des Saarlandes.

Dr. Wolfgang Krombholz, Vorstandsvorsitzender der KV Bayerns, warf der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) vor, "falsche Zahlen" zu verbreiten.

Bereitschaftsdienst ausgeblendet

Die DKG hatte im Frühjahr beklagt, die stationären Notaufnahmen würden zunehmend zu "Lückenbüßern" für die Bereitschaftsdienste der KVen. In einem Gutachten war die Zahl der Patienten in den Notaufnahmen der Kliniken auf 20 Millionen beziffert worden, die Zahl der in den Praxen versorgten Notfälle lag demnach bei 3,9 bis 8,3 Millionen.

Krombholz verwies auf eine Statistik aus Bayern. Demnach versorgten die KV-Bereitschaftsdienste 2014 bayernweit etwa 1,5 Millionen Patienten, die Notfallpraxen der Kliniken etwa 1,3 Millionen.

"Das Gutachten der DKG hat den ärztlichen Bereitschaftsdienst ausgeblendet. Notarzteinsätze sowie schwierige Akutfälle, die zu einer stationären Aufnahme führten, wurden jedoch einbezogen", ärgert er sich.

Typische Beschwerden der Notfall-Patienten seien zudem meist ohne aufwendige Klinik-Diagnostik zu klären. "Ärzte im Bereitschaftsdienst sind sehr erfahren, in den Klinik-Notaufnahmen arbeiten häufig junge Assistenzärzte", sagte Krombholz. (wer)

[23.10.2015, 17:24:23]
Dr. Wolfgang Bensch 
Bezahlen die Ärzte Metke für so unpräzise Aussagen?
Den Notfalldienst der Ärzte lassen die Funktionäre zu einem Grossteil von den dienstverpflichteten Ärzten bezahlen und die Vertreterversammlung stimmte mit satter Mehrheit zu, nicht einmal von MEDI kam Gegenwehr!
So änderte sich die Notfalldienstordnung in Paragraph 9:
Aufbringung der Mittel:
"(2) Für die Bereitstellung der Infrastruktur im organisierten Notfalldienst wird von den im allgemeinen und gebietsärztlichen
Notfalldienst erbrachten Leistungen eine Strukturpauschale einbehalten.
Grundlage für den Einbehalt sind die GKV-Einnahmen im Notfalldienst (Sitz-und Fahrdienst). Das Nähere wird in dem Statut zur Notfalldienstordnung der KVBW geregelt.Die Höhe dieser Strukturpauschale
wird von der Vertreterversammlung der KVBW beschlossen." zum Beitrag »

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