Ärzte Zeitung, 29.01.2016

Kommentar zu Ärzten im Ausland

Heimat muss attraktiv sein

Von Jana Kötter

Internationale Erfahrungen sind in der Arbeitswelt von hohem Wert - das gilt auch in deutschen Kliniken und Praxen. Sowohl für die Versorgung der Patienten als auch für die Zusammenarbeit im Team können Ärzte bei einem Auslandsaufenthalt viel lernen.

Was kann ich mir vom Kollegen in der Ferne für meine Praxis abschauen? Wie gehe ich mit Menschen anderer Kulturkreise um? Nicht nur in der Flüchtlingsversorgung sind multikulturelle Erfahrungen unbezahlbar.

Keine Frage: Ein Auslandsaufenthalt bereichert - das eigene Leben, aber auch das berufliche Umfeld. Wichtig ist nur, dass die Rahmenbedingungen in der Heimat so attraktiv sind, dass Fachkräfte zurückkehren wollen.

Im Moment scheint das in Hessen zwar der Fall zu sein: Nur ein Drittel der befragten Ärzte, die ins Ausland gehen, gaben in einer Analyse der Landesärztekammer an, dauerhaft fortbleiben zu wollen.

Die Motive, die Mediziner für ihren Abschied angeben, sollten von der Politik trotzdem ernst genommen werden - unabhängig von der Aufenthaltsdauer.

Immerhin jeder Dritte gab an, bessere Arbeitsbedingungen anzustreben, fast jeder Vierte hoffte auf mehr Geld. Die Hintergründe können Aufschluss geben, wo es in der Heimat hakt. Und wo die Rahmenbedingungen für eine Rückkehr attraktiver sein müssen.

Lesen Sie dazu auch:
Hessische Ärzte im Ausland: Nur wenige bleiben für immer

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Die GOÄ-Debatte in 3 Videos

Grünes Licht für neue Verhandlungen: Der Ärztetag hat die Hürden für die GOÄ-Reform beseitigt. Alle wichtigen Standpunkte und Reaktionen in unseren drei Videos. mehr »

Die 24 schönsten Bilder vom Ärztetag 2016

Im Fokus: Unsere Fotograf hielt den Ärztetag in Bildern fest. Die schönsten Schnappschüsse haben wir für Sie zusammengestellt. mehr »

Neuer Schwung für Reformdebatte

Die Allgemeinmedizin muss im Rahmen einer Reform des Medizinstudiums nicht zwingend ein Pflichtfach im PJ werden. Mit einem Kompromiss will DEGAM-Präsident Gerlach den gordischen Knoten im Streit um den Masterplan 2020 durchschlagen. mehr »