Hamburg

Lücken bei der Betreuung von Schwangeren

Je nach Stadtteil variiert die Betreuungsquote durch Hebammen stark, so die Gesundheitsbehörde.

Veröffentlicht:

HAMBURG. Die Betreuung von Schwangeren sowie von Müttern und Neugeborenen durch Hebammen ist in Hamburg lückenhaft. Einer Hochrechnung der Gesundheitsbehörde zufolge wird nur jede dritte schwangere Frau in Hamburg vor der Geburt durch eine Hebamme betreut. Nach der Geburt beträgt der Anteil rund 50 Prozent.

Diese Ergebnisse nennt der von der Hamburger Gesundheitsbehörde veröffentlichte Bericht zur Hebammenhilfe. Die Behörde hat dafür die rund 300 freiberuflich tätigen Hebammen in Hamburg befragt. 75 Prozent von ihnen beteiligten sich. Die Hebammen betreuen rund 10.000 Schwangere, Mütter und Neugeborene pro Jahr individuell und bieten mehr als 600 Geburtsvorbereitungs- und mehr als 500 Rückbildungskurse an.

Der Bericht macht starke regionale Betreuungsunterschiede in der Stadt deutlich. In einzelnen Stadtteilen wie Rahlstedt, Eidelstedt und das Gebiet um Wilhelmsburg erfahren mindestens drei Viertel der Frauen im Wochenbett keine Hebammenbetreuung, in Hummelsbüttel und Sasel liegt dieser Anteil unter 25 Prozent.

Laut Bericht fühlt sich die Mehrheit der freiberuflich tätigen Hebammen durch die individuellen Anfragen von Schwangeren und Müttern belastet.

"Hier ist zu prüfen, ob es organisatorische Möglichkeiten gibt, die Kapazitäten der Hamburger Hebammen besser zu nutzen", heißt es im Bericht. Insbesondere bildungsferne und migrierte Frauen, die erst im letzten Drittel ihrer Schwangerschaft von einer möglichen Hebammenbetreuung im Wochenbett erfahren, sollten nach Ansicht der Gesundheitsbehörde hierzu die Chance erhalten.

Die Behörde strebt an, die Versorgungsengpässe zu überwinden. Hierzu will sie die Ergebnisse des Berichts mit dem Hebammenverband und anderen Experten bewerten. Um ein Monitoring der Versorgungssituation zu gewährleisten, empfiehlt der Bericht eine Ergänzung der Hebammen-Berufsordnung um eine Verpflichtung zur Dokumentation der Leistungen.

Außerdem wird über ein Verfahren zur routinemäßigen Abklärung in den einzelnen Bezirken nachgedacht. (di)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Erkennen und Handeln

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