Ärzte Zeitung, 24.02.2016

Sachsen

KV sieht im Hausarztvertrag einen Spaltpilz

DRESDEN. Die KV Sachsen lässt im Streit um neue Selektivverträge nicht locker. In einem offenen Brief an die Vertragsärzte im Freistaat warnt der KV-Vorstand vor einer Spaltung der Ärzte durch den Beitritt zu einem neuen Hausarztvertrag, den der sächsische Hausärzteverband mit der AOK Plus geschlossen hat.

Der Hausärzteverband sei nur den Interessen seiner Mitglieder verpflichtet, schreiben der KV-Vorstandsvorsitzende Dr. Klaus Heckemann und der stellvertretende Vorsitzende Dr. Claus Vogel.

Diese werde der Verband "gegebenenfalls auch gegen die Interessen aller Ärzte" durchsetzen. Die KV hingegen sehe sich als Interessenvertretung aller vertragsärztlich tätigen Ärzte in Sachsen.

Deshalb sei auch der Vertrag, den die KV selbst mit der AOK Plus im Rahmen eines Modellvorhabens geschlossen hat "auf die Stärkung des gemeinsamen Handels von Haus- und Fachärzten" ausgerichtet. Eine "Spaltung der Ärzteschaft" könne langfristig nicht im Interesse der Hausärzte sein, "sodass wir nicht empfehlen können, dem HzV-Vertrag beizutreten", so Heckemann und Vogel.

 Sowohl der HzV-Vertrag mit dem Hausärzteverband, als auch das Modellvorhaben nach Paragraf 63 SGB V werden zum 1. April finanzwirksam, die Einschreibungen laufen. Aus Sicht beider Akteure bietet der jeweils eigene Vertrag bessere Bedingungen für Hausärzte.

Die KV plant außerdem, auch Module zur fachärztlichen Versorgung an das Modellvorhaben anzugliedern. Zudem werde eine Übernahme des Modells in die Regelversorgung angestrebt, hieß es. (lup)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Jeder neunte Euro geht an die Gesundheit

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland steigen weiter. Im Jahr 2015 betrugen sie 344,2 Milliarden Euro oder 4 213 Euro je Einwohner. Auch die Prognose für 2016 liegt bereits vor. mehr »

Zahl importierter Malaria-Erkrankungen stark gestiegen

In den letzten Jahren ist die Zahl der Malaria-Erkrankungen in Deutschland deutlich gestiegen. Die unspezifische Symptomatik führt immer wieder zu potenziell lebensbedrohlichen Fehldiagnosen. mehr »

BGH befreit Durchgangsärzte von Haftung

Für die Folgen eines Fehlers bei der Diagnose und auch der Erstversorgung durch einen D-Arzt haftet nicht der Arzt, sondern die Unfallversicherung. Das hat nun der Bundesgerichtshof klargestellt. mehr »