Ärzte Zeitung, 12.05.2016

Innovationsfonds

Zweite Runde eingeläutet

Vorhang auf für vier neue Themenfelder: Innovative Projekte können sich nun auch mit diesen um Mittel aus dem Fonds bewerben.

Von Jana Kötter

BERLIN. Der Innovationsausschuss des GBA hat am Mittwoch neue Themenfelder bekannt gegeben, in denen innovative Versorgungsprojekte gefördert werden sollen. Damit können etwa Ärztenetze und KVen 2016 nochmals Fördermittel aus dem mit insgesamt 300 Millionen Euro jährlich dotierten Innovationsfonds für Projekte beantragen, die über die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen.

Themenspezifische Projekte können danach in folgenden Problembereichen gefördert werden:

Versorgungsmodelle mit Delegation und Substitution von Leistungen,

Modellprojekte zum Auf- und Ausbau der geriatrischen Versorgung,

Verbesserung der Kommunikation mit Patientinnen und Patienten und Förderung der Gesundheitskompetenz sowie

Versorgungsmodelle für Menschen mit Behinderung.

Ansätze für die Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Migrationshintergrund sollen in allen Themenfelder gefördert werden. Das hatte GBA-Chef Professor Josef Hecken bereits kurz nach den ersten Förderbekanntmachungen bei einer Veranstaltung des Bundesverbands Managed Care (BMC) in Aussicht gestellt.

Die ersten Themenfelder, die bereits Anfang April veröffentlicht wurden, enthalten Versorgungsmodelle in strukturschwachen und ländlichen Gebieten, Modellprojekte zur Arzneimitteltherapie und deren Sicherheit, Versorgungsmodelle unter Nutzung der Digitalisierung sowie Versorgungsmodelle für spezielle Patientengruppen wie ältere Menschen oder Menschen mit psychischen Erkrankungen. Ein Antrag auf Mittel aus dem Innovationsfonds ist zudem weiter über die themenoffen gehaltene Förderbekanntmachung möglich.

Der Innovationsfonds soll in den kommenden vier Jahren 1,2 Milliarden Euro ausschütten, ein Viertel davon für Versorgungsforschung. Die Anträge für die erste Förderrunde müssen bis 5. Juli, jene der am Mittwoch ausgerufenen Themenfelder bis spätestens 19. Juli über das Internet-Portal des DLR-Projektträgers elektronisch eingereicht werden.

Auf der Frühjahrstagung des Vereins "gesundheitswirtschaft rhein-main" in Frankfurt machte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) jüngst deutlich, dass er große Hoffnung in den Innovationsfonds setze: Er blicke zahlreichen Projekten in der sektorenübergreifenden Versorgung, die in die Regelversorgung übernommen werden könnten, entgegen.

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