Ärzte Zeitung, 17.06.2016

Honorarvertrag in Hamburg

Budget vereinzelt aufgebohrt

HAMBURG. KV und Krankenkassen in Hamburg haben sich für 2016 und 2017 auf ein Honorarpaket geeinigt, das auch Besonderheiten in der ambulanten Versorgung der Metropole berücksichtigt.

Die Einigung gilt rückwirkend ab 1. Januar und sieht vor, dass in diesem Jahr die Vorgaben der Bundesebene (Punktwertanhebung in 2016: 1,6 Prozent, Plus beim Behandlungsbedarf: 1,1 Prozent) umgesetzt werden. In Hamburg klettert der Punktwert damit aktuell auf 10,6535 Cent. Darin enthalten ist ein Hamburg-Zuschlag von 0,2174 Cent, der vor drei Jahren vom Schiedsamt festgesetzt wurde und noch beim Bundessozialgericht zur Verhandlung ansteht.

Daneben einigten sich die Verhandlungspartner auf weitere Mittel für Versorgungsbereiche, mit denen die spezifischen Versorgungsbedingungen in der Hansestadt verbessert werden sollen. Hierzu zählen Pauschalen für chronisch kranke Patienten, für Gesprächsleistungen in der Kinder- und Jugendmedizin und für die fachärztliche Grundversorgung. Hierfür stehen Finanzmittel in Höhe von sieben Millionen Euro bereit. Dieses Geld fließt nicht extrabudgetär, die Pauschalen können aber zu 100 Prozent ausgezahlt werden, wenn es bei den bisherigen Abrechnungszahlen bleibt.

Andere Leistungen, die bislang dem Budget unterlagen, wurden dagegen extrabudgetär gestellt. Dies betrifft etwa die Grundpauschale der internistischen Rheumatologen, die Zuschläge für die Onkologievereinbarung für Gynäkologen und Urologen sowie die Soziotherapie. Außerdem wurde die Pauschale für Fahrtkosten im Rahmen von Hausbesuchen um fünf Prozent angehoben. Für 2017 verständigte man sich darauf, dass dann nur über die Umsetzung der Bundesempfehlung und die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung der Anpassung des Leistungsbedarfs verhandelt wird. (di)

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