Ärzte Zeitung, 25.08.2016

Sprachprüfung

In Westfalen-Lippe liegt Durchfallquote bei 41 Prozent

In Westfalen-Lippe ist die Zahl der Prüfungen stark gestiegen. Oft hapert es aber bei der Vorbereitung.

KÖLN. Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Fachsprachenprüfungen für ausländische Ärzte bei der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) von 501 auf 1234 mehr als verdoppelt. Im Durchschnitt der Jahre 2014 und 2015 fielen allerdings 41,1 Prozent der Ärzte bei den Prüfungen durch.

Das geht aus dem Bericht des ÄKWL-Vorstands für das Jahr 2015 hervor. Darin nennt die Kammer vier zentrale Ursachen für die hohe Durchfallquote: "Zu kurze Lern- und Vorbereitungszeiten, eine nicht ausreichend breite allgemeinsprachliche Kompetenz, eine zu geringe Vertiefung der berufs- und fachbezogenen Sprachkenntnisse sowie eine mangelnde Orientierung an authentischer ärztlicher Sprachpraxis".

Die Kammer sieht Defizite in manchen Kursen zur Prüfungsvorbereitung. Allgemeinsprachzertifikate würden auch dann vergeben, wenn die Qualifikation unzureichend ist, die Ärzte schätzten als Folge ihre Sprachkompetenz falsch ein.

Zudem: "Berufsbezogene Sprachkurse für Ärztinnen und Ärzte finden nicht selten selbst in fortgeschrittenen Phasen ohne die Einbindung von ärztlichen Dozenten statt." Prüfungsziel sei die "sprachlich angemessen flexible und dynamische Bewegung im ärztlichen Berufsalltag", gegenüber Patienten und Kollegen.

Das werde nicht durch ein Aufsagen starrer Standardsätze oder Textvorlagen erreicht. "Sehr wichtig ist, das freie Sprechen zu trainieren."

Die ÄKWL verweist auf die große Bedeutung authentischer Gespräche mit Patienten und ihrer Wiedergabe gegenüber Kollegen. "Das bedeutet aber auch, dass Deutsch lernende Ärzte in den und im Berufsalltag sprachlich begleitet werden sollten."

In Nordrhein-Westfalen müssen ausländische Ärzte, die nach dem 31. Dezember 2013 einen Antrag auf Erteilung einer Approbation gestellt haben, bei den Kammern eine Fachsprachenprüfung ablegen. In Westfalen-Lippe kam bislang die Hälfte der Prüfungskandidaten aus Syrien, Libyen, Ägypten und Jordanien, wobei Syrer die mit Abstand größte Gruppe bilden. (iss)

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