Ärzte Zeitung, 16.05.2008

Polnische Klinik will dubiosen Arzt einstellen

Korruptionsverdacht

WARSCHAU (sbe). Der polnische Kardiologe Miroslaw G., gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Korruption ermittelt, wird wieder als Arzt arbeiten.

Das private Krakauer Krankenhaus "Swiety Rafal" ("Heiliger Rafael") hat vor, den Arzt in seiner kardiologischen Abteilung zu beschäftigen. Miroslaw G. gilt in Polen als einer der wenigen Spezialisten in dieser Disziplin. Die "Swiety Rafal" ist das erste Krankenhaus in Polen, das sich nur aus privaten Mitteln finanziert.

Die staatliche Antikorruptionsbehörde CBA hatte den Arzt, der in einem großen staatlichen Krankenhaus arbeitete, im vergangenen Jahr vor laufenden Kameras verhaftet. Die damaligen Vorwürfe an G.: Totschlag und Korruption in 45 Fällen. Das Verfahren wegen Totschlags wurde mittlerweile eingestellt. Noch offen ist das Urteil wegen Korruption.

Nach Aussagen polnischer Medien soll der Mediziner die Patienten wie Ware behandelt haben. Für eine komplizierte Herz-Operation habe G. bis zu 70 000 Zloty (etwa 18 000 Euro) von vermögenden Familien verlangt. Bei einer Hotline, die das Anti-Korruptionsbüro eingerichtet hatte, meldeten sich 500 Kranke, die sich dem Arzt anvertraut hatten.

Die Aufdeckung des Falls hatte in Polen große Wellen geschlagen und gilt als Erfolg für die damalige Regierung um den nationalkonservativen Politiker Jaroslaw Kaczynski. Er hatte sich die Bekämpfung der Korruption auf die Fahnen geschrieben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »