Ärzte Zeitung, 15.07.2008

China will Aidskranken Einreise verwehren

Kritik an neuen Richtlinien

FRANKFURT/MAIN (Smi). Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) kritisiert neue Richtlinien der chinesischen Behörden, wonach Menschen mit Lepra, HIV, Aids, Tuberkulose und anderen Erkrankungen die Einreise nach China und somit der Zugang zu den Olympischen Spielen in Peking verwehrt wird.

Diese Form der Diskriminierung müsse sofort beendet werden, fordert die DAHW von der chinesischen Regierung. "Natürlich will China sich wie viele Staaten gegen die Einschleppung von ansteckenden Krankheiten schützen, und dieser Schutz ist auch legitim. Aber die neuen Richtlinien gehen weit über jedes vertretbare Maß hinaus", so DAHW-Geschäftsführer Jürgen Hammelehle.

Die Bestimmungen verstießen eindeutig gegen die UN-Menschenrechtskonventionen, die auch von China unterzeichnet worden seien. "Erst am 18. Juni 2008 hat China im UN-Menschenrechtsrat einer Resolution gegen Diskriminierung der von Lepra betroffenen Menschen zugestimmt", führte Hammelehle weiter aus.

In den ausschließlich auf Chinesisch verfassten Richtlinien wird laut DAHW ausgeführt, dass außer Terroristen und Drogenhändlern auch Kranken, hier vor allem von Lepra betroffenen Menschen, die Einreise nach China auf jeden Fall verwehrt werden soll.

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