Ärzte Zeitung, 24.07.2008

KOMMENTAR

Ein ehrgeiziger Plan ohne Chance

Von Christoph Fuhr

Als die Regierung realisiert hatte, dass immer mehr Menschen ohne Krankenversicherung waren, reagierte sie und führte ein Recht auf Versicherung für alle Bürger ein. Es gab zwar vor allem mit Blick auf damit verbundene spezielle Auflagen an die Privaten Krankenversicherungen noch manchen Ärger, aber am Ende wurde das Ziel erreicht: ein Krankenversicherungsnetz, aus dem niemand herausfallen kann.

Wenn's doch in Amerika vergleichsweise genau so funktionieren könnte wie in Deutschland, wird sich US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama sagen. Drastisch will er die Zahl der 47 Millionen Menschen in seinem Land ohne Krankenversicherung reduzieren. Ein ehrgeiziger Plan, der aber kaum Realisierungschancen hat. Mitte der neunziger Jahre hat sich beim Versuch, diese gewaltige Last zu stemmen, bereits der damalige US-Präsident Bill Clinton kräftig verhoben.

Im deutschen Versorgungssystem gibt es viele Defizite und zum Teil eklatante Widersprüche. Aber in einem wichtigen Punkt kann Amerika von Deutschland lernen: Noch gibt es in unserer Gesellschaft einen Grundkonsens: Solidarität und Teilhabe am medizinischen Fortschritt sind Werte, die für alle - und wirklich für alle Bürger gelten müssen.

Diese Einsicht ist in den USA nicht mehrheitsfähig. Renommierte US-Gesundheitsexperten sind sich einig: Die USA sind derzeit so weit entfernt von einer Gesundheitsreform wie seit vielen Jahren nicht mehr.

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