Ärzte Zeitung, 09.03.2009

Debatte in England: Leber-Op trotz Alkoholabusus?

LONDON (ast). In Großbritannien sorgen Äußerungen eines Medizin-Ethikers für Schlagzeilen, der anregte, Lebertransplantationen vornehmlich solchen Patienten anzubieten, die nicht übermäßig viel Alkohol trinken.

Nach Angaben des Londoner Gesundheitsministeriums ist die Zahl der Lebertransplantationen für alkoholtrinkende Patienten in den vergangenen zehn Jahren um 60 Prozent gestiegen. Zugleich warten immer mehr Patienten auf eine Spenderleber, im Dezember 2008 waren es landesweit 325.

Zwischen März 2007 und März 2008 wurden im staatlichen britischen Gesundheitsdienst 623 Lebern oder Leberteile transplantiert. 151 der Spenderorgane gingen an Patienten, deren Alkoholabusus als "gefährlich" eingestuft wurde. Dr. Tony Calland, beim britischen Ärztebund BMA für Ethikfragen zuständig, sagte, Ärzte hätten "das Recht und die Pflicht", zu überlegen, welche Patienten eine Spenderleber erhalten sollten und welche nicht. Die Äußerungen lösten eine neue Ethik-Debatte über die Rationierung von Gesundheitsleistungen aus.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »