Ärzte Zeitung, 08.04.2009

Kommentar

Europa - für Ärzte ohne Grenzen

Von Petra Spielberg

375 Millionen wahlberechtigte EU-Bürger können vom 4. bis 7. Juni das Europäische Parlament neu wählen. Mit einem großen Ansturm auf die Wahlurnen ist allerdings kaum zu rechnen. Schon 2004 stimmten nur 43 Prozent der Bundesbürger ab. Bürgerferne und Bürokratie, Desinteresse und Unverständnis könnten die Gründe sein.

Dass jedoch Politik und Selbstverwaltung auf gesundheitspolitische Vorschläge der EU fast schon reflexartig mit Ablehnung reagieren, wird der Sache nicht gerecht. Das gilt für allem für die Medizin. Kaum ein Beruf profitiert derart stark von einem Europa ohne Grenzen wie die Ärzte.

Zu keiner Zeit hat es zwischen dem Baltikum und Gibraltar weniger Barrieren gegeben. Freizügigkeit, eine der europäischen Prinzipien, ist inzwischen zur Selbstverständlichkeit geworden. Davon profitieren auch Patienten: durch qualitative und ethische Standards, die Europa für die Medizin setzt und die in den Mitgliedsstaaten geübte Praxis werden. Das erhöht den Druck, über fest gefahrene Strukturen nachzudenken und Reformen zu beginnen. Eine hohe Wahlbeteiligung bei der EU-Wahl wäre eine Stärkung von Demokratie und Parlamentarismus, denn Europa ist mehr als die Summe seiner Regierungen.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Medizin ohne Schlagbaum - Europa hat für Ärzte heute handfeste Vorteile und Chancen

Lesen Sie dazu auch:
Unterschätzt und oft strittig: Gesundheitspolitik à la EU
"EU-Einfluss in der Gesundheitspolitik steigt"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »