Ärzte Zeitung, 14.04.2009

Kommentar

Reform der Superlative

Von Thomas Hommel

Bei der Größenordnung dieser Reform dürfte selbst die große Koalition in Berlin blass aussehen: Mit rund 90 Milliarden Euro will die politische Führung in China eine medizinische Grundversorgung für alle sicherstellen, den Krankenversicherungsschutz ausbauen und neue Kliniken aufbauen.

Für große Klinikkonzerne und international agierende Krankenversicherer sind die Ankündigungen Pekings gute Nachrichten. Der Gesundheitsmarkt im Reich der Mitte gilt - wie der in Indien - als hochspannend und sehr lukrativ für Gesundheitsdienstleister. Bislang sind jedoch nur wenige Player in den chinesischen Markt eingestiegen. Das könnte sich bald ändern. Abzuwarten bleibt, ob Peking der Ankündigung auch Taten folgen lässt. Eine Gesundheitsversorgung, wie sie uns Deutschen selbstverständlich ist, dürfte für viele Chinesen auf jeden Fall noch lange Zeit unerschwinglich sein.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
In China sollen künftig alle Bürger ein Recht auf medizinische Grundversorgung haben

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