Sonntag, 12. Februar 2012
Ärzte Zeitung, 12.03.2010

Transplantation - muss stets der Staat Kontroletti sein?

BRÜSSEL (spe). Gesundheitsexperten des Europäischen Parlaments halten es nicht für erforderlich, dass staatliche Behörden in den EU-Ländern über die Einhaltung von Qualitäts- und Sicherheitsstandards in der Transplantationsmedizin wachen.

Diese Aufgabe könnten Institutionen wie etwa die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) ebenso gut übernehmen, so der gesundheitspolitische Sprecher der christlich-konservativen Fraktion im Europäischen Parlament (EP), Peter Liese. Der für die Richtlinie zuständige Berichterstatter des EP, Miroslav Mikolášik, will sich bei den Beratungen dafür stark machen, die von der EU-Kommission geforderte verpflichtende Einführung von nationalen Kontrollbehörden zu kippen.

In der kommenden Woche wird der Gesundheitsausschuss über die Richtlinie und einen Aktionsplan zur Bekämpfung des Organmangels in der EU abstimmen. Eine Einigung des EP mit dem Rat über die Vorschläge ist für Mai vorgesehen.

Durch die Einführung von einheitlichen Qualitäts- und Sicherheitsstandards will die EU die Transplantationsmedizin sicherer machen und den Organaustausch fördern. Dies soll unter anderem durch die Einführung von Transplantationskoordinatoren in Kliniken und Transplantationszentren geschehen. Weiteres Ziel ist es, die Kommerzialisierung von Organen zu verhindern.

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Neue Ära in der Schlaganfall-Therapie?

Ein neuartiges Therapieverfahren weckt große Hoffnungen bei der Behandlung von akutem Schlaganfall. Jetzt hat es sich in Studien und auch in der Praxis bewährt. Experten jubeln: Die neue Methode wird die Schlaganfall-Therapie grundsätzlich verändern! mehr »

112 - Heute ist Europäischer Notruf-Tag

Nur etwa jeder vierte Europäer kennt die EU-weite Notrufnummer 112. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die EU-Kommission in Brüssel anlässlich des Europäischen Notruf-Tags vorgestellt hat. Die Notrufnummer 112 ist rund um die Uhr und kostenfrei in Europa erreichbar. mehr »

Streit um frühe Nutzenbewertung eskaliert

Der Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) scharf kritisiert. Das Institut missachte Standards der evidenzbasierten Medizin. Das IQWIG kontert: Die Vorwürfe sind unsachlich. mehr »