Ärzte Zeitung, 19.05.2010

EU setzt Standards für Transplantationen fest

Parlament und Regierungen einigen sich auf Richtlinie / Hohes Niveau soll EU-weit gesichert werden

STRASSBURG (spe). Von 2012 an soll es in allen EU-Ländern einheitliche Standards für die Qualität und Sicherheit von Organtransplantationen geben. Dies sieht ein Regelwerk vor, das am Mittwoch mit großer Mehrheit vom EU- Parlament verabschiedet wurde.

EU setzt Standards für Transplantationen fest

Ab 2012 soll EU-weit einheitliche Standards bei Transplantationen gelten. © Birgit Reitz-Hofmann / fotolia.com

Die Auflagen sind Mindeststandards, die EU-Länder zusätzlich durch eigene, strengere Regeln erweitern können. Der gemeinsame Rechtsrahmen wird ergänzt durch einen Aktionsplan, der die Voraussetzungen schaffen soll, um den Austausch von Spenderorganen zwischen den EU-Ländern zu verbessern. Außerdem sollen Wartezeiten für Patienten, die auf eine Organspende angewiesen sind, verkürzt werden.

"Pro Jahr können wir mit Hilfe der Richtlinie schätzungsweise 20 000 Menschen zusätzlich das Leben retten", so die spanische Gesundheitsministerin Trinidad Jiménez bei der Vorstellung des zwischen den EU-Regierungen und dem Parlament ausgehandelten Kompromisses.

Derzeit stehen in der EU nach Angaben der Kommission etwa 60 000 Patienten auf Wartelisten. Jeden Tag sterben beim Warten auf ein Organ zwölf Menschen. Die EU-Regelungen basieren auf dem Grundsatz der freiwilligen und unentgeltlichen Organspende. Außerdem verpflichtet die Richtlinie die Staaten dazu, Lebendspender zu schützen.

EU-Gesundheitskommissar John Dalli unterstrich, dass jedes transplantierte Organ zurückverfolgt werden könne. Damit wolle die EU dem kriminellen Organhandel einen Riegel vorschieben.

Der konservative slowakische Europaabgeordnete Miroslav Mikolasik erklärte, dass der Rechtsrahmen insbesondere den mitteleuropäischen Staaten helfen soll, Anschluss an das hohe Transplantationsniveau der westeuropäischen Staaten zu finden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »