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Darmkrebsvorsorge in vielen EU-Ländern unzureichend

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BRÜSSEL (spe). In vielen Staaten der Europäischen Union (EU) gibt es keine wirksame bevölkerungsweite Darmkrebsvorsorge. Dies müsse sich schnellstmöglich ändern, forderten Politiker und Fachleute für Gastroenterologie bei einer Pressekonferenz in Brüssel.

"Wir haben eine regelrechte Darmkrebsepidemie in Europa", mahnt Reinhold Stockebrügger von der Europäischen Gastroenterologie Vereinigung. Grund hierfür seien in erster Linie ein ungesunder Lebensstil und die steigende Lebenserwartung der Menschen.

Darmkrebs ist mit 400.000 neu diagnostizierten Fällen und 200.000 Toten pro Jahr die zweithäufigste Krebsart in der EU. Studien belegen, dass sich die Sterblichkeitsrate bei 50- bis 75-Jährigen mit entsprechenden Früherkennungsmaßnahmen um etwa 15 Prozent senken lässt.

Die EU-Gesundheitsminister hatten sich daher im Dezember 2003 darauf geeinigt, einzelstaatliche bevölkerungsweite und qualitätsgesicherte Screening-Programme einzuführen.

"Bislang haben aber nur 19 der 27 EU-Länder die Empfehlung umgesetzt", berichtet der sozialdemokratische Europaabgeordnete Pavel Poc.

In nur sieben der Länder seien die Programme auch wirklich effektiv, so Stockebrügger. Die besten Ergebnisse lieferten Frankreich und Finnland.

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