WHO besorgt über die weltweit hohe Zahl der Totgeburten

Über 2,6 Millionen Babys kamen 2009 tot zur Welt. Die WHO mahnt daher ihre Mitgliedsstaaten, die Gesundheitsversorgung von Müttern und Kindern zu verbessern.

Veröffentlicht:

GENF (eis). Jeden Tag werden weltweit 7200 Babys tot geboren, wie Schätzungen der WHO ergeben haben. Insgesamt 2,6 Millionen Totgeburten gab es danach im Jahr 2009, 98 Prozent in Entwicklungsländern.

Aber auch in Industrieländern kommt weiterhin eine Totgeburt auf 320 Lebendgeburten, so die WHO. Häufige Ursachen sind hier Rauchen, Alkohol und Übergewicht. Weltweit ist die Rate der Totgeburten seit 1995 nur um 1,1 Prozent jährlich geschrumpft und damit langsamer als die Mütter- und die allgemeine Kindersterblichkeit.

Die fünf Hauptursachen von Totgeburten sind nach dem Bericht Geburtskomplikationen, Infekte in der Schwangerschaft, Erkrankungen der Schwangeren wie Hypertonie oder Diabetes, fetale Wachstumsverzögerung und angeborene Fehlbildungen.

Knapp jedes zweite tot geborene Kind ist während der Geburt gestorben. Zwei Drittel der Totgeburten kommen in ländlichen Regionen vor, wo medizinische Fachkräfte rar sind und es oft keinen Zugang zu stationärer Versorgung inklusive Kaiserschnitt gibt. Wenn jede Schwangere bei Geburt eine Hebamme und im Notfall einen Arzt zur Verfügung hätte, ließe sich die Zahl an Totgeburten dramatisch verringern, so die WHO.

Die Rate von Totgeburten reicht von 2 pro 1000 Geburten in Finnland und Singapur (Deutschland: 2,4) bis hin zu 42 pro 1000 in Nigeria und 47 in Pakistan. In China, Bangladesch und Indien habe es seit 1995 große Fortschritte gegeben mit etwa 400.000 Totgeburten weniger in diesen Ländern im Jahr 2009. In Mexiko wurde seit 1995 die Rate an Totgeburten halbiert.

Um weltweit mehr Fortschritte zu erreichen, sollten die Gesundheitsprogramme von Müttern und Neugeborenen gestärkt werden, so die WHO. Dabei sollte man sich auf wichtige Kern-Interventionen beschränken, die von verbesserter Notfallversorgung bei Geburten über Screening für Diabetes und Hypertonie bis hin zur Malaria-Prävention und Folsäure-Prophylaxe reichen.

Das Ausmaß der Totgeburten wird auf WHO-Initiative in einer Artikel-Serie im Journal "Lancet" dargestellt.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Zwei Empfehlungen mehr

WHO aktualisiert Europäischen Kodex gegen Krebs

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Dr. Joachim Malinowski 14.04.201111:08 Uhr

Weniger Totgeburten --- mehr Menschen

Natürlich ist es schön für das Elternpaar (so wie man das evtl. aus dem TV suggeriert bekommt...) wenn ein Kind gesund und ohne Komplikationen zur Welt kommen kann und darf. Wie sieht es dann danach aus?


Anders formuliert: wenn man an der "Schraube weniger Totgeburten" drehen will, sollte man zuvor ganz gewaltig an der "Schraube Zukunftsaussichten/Versorgung" gedreht haben.

Ich finde es engstirnig und grausam, ein Kind in vollkommen schlechte Lebensbedingungen hinein zu bringen, nur damit die Statistik besser aussieht.



* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Gendermedizin

Geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauenherzen schlagen anders

Lesetipps