Ärzte Zeitung, 12.12.2011

"Unseren Etat? Den kennen wir doch nicht!"

Ist es die Bankenkrise? Oder der kränkelnde Euro? Vielleicht hat die anhaltende Geldknappheit im staatlichen Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) Großbritanniens ja sogar etwas mit der aufstrebenden Wirtschaftsmacht China zu tun?

Für die immer neuen Etatkürzungen im NHS gibt es mehr Erklärungsversuche als Pferde im Stall der Queen. Freilich: als die "Ärzte Zeitung" kürzlich vom Londoner Gesundheitsministerium wissen wollte, wie viel die staatlichen Krankenhäuser und Arztpraxen 2011 ausgeben dürfen, blieb eine Antwort aus.

Das wisse man nicht so genau, hieß es. Man solle doch bitte beim Finanzministerium nachfragen. Dort hätte man "einen besseren Überblick über alle Haushaltsfragen".

Im Klartext: das Londoner Gesundheitsministerium kann nicht sagen, wie viel Geld 2011 für die britische Gesundheitsversorgung zur Verfügung steht!

Vielleicht hat das zwar eher etwas mit einem inkompetenten Ministeriumsmitarbeiter zu tun. Doch ein gutes Omen für das krisengeschüttelte Land und seinen kränklichen Gesundheitsdienst ist das gewiss nicht.

Maggie Thatcher, detailfixierte Kaufmannstochter und Ex-Regierungschefin, wäre vermutlich entsetzt, hätte sie heute noch etwas zu sagen. Aber Zeiten ändern sich. Manchmal nicht zum besseren. (ast)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

9 wichtige Forderungen, Analysen, Informationen

Fleißige Delegierte: In Freiburg wurde wieder eine große Palette an Themen abgearbeitet. mehr »

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs

In US-Kliniken tauchen immer häufiger Nichtraucher mit Lungenkrebs auf, vor allem Frauen sind betroffen. Das könnte am Passivrauchen liegen. mehr »